Montag, 24. März 2008

4000. US-Soldat durch Sprengsatz im
Irak getötet: Bush zeigt sich 'bekümmert'

  • Wieder über 50 Tote bei Anschlägen und Kämpfen
  • Auf irakischer Seite: Unter den Toten viele Kinder

Vier US-Soldaten sind bei einem Bombenanschlag in der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben gekommen, wie die US-Streitkräfte mitteilten. Dies bringt die Gesamtzahl der amerikanischen Irak-Kriegsopfer seit Beginn der Invasion vor fünf Jahren laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AP auf mindestens 4.000. Der Sprengsatz sei am Straßenrand versteckt gewesen, hieß es. Ein weiterer Soldat sei bei der Detonation verwundet worden.

Bei Anschlägen und Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen im Irak starben am Sonntag insgesamt mehr als 50 Menschen. Dutzende wurden verletzt. Allein in der Hauptstadt Bagdad starben nach Berichten der irakischen Nachrichtenagentur Aswat al-Irak 18 Menschen. Am Abend wurde erneut auch die besonders gesicherte Grüne Zone im Zentrum der Stadt mit Mörsergranaten beschossen. In Mossul im Norden des Landes waren zuvor 13 Soldaten bei einem Selbstmordanschlag ums Leben gekommen, 30 weitere Menschen wurden verletzt.

Mindestens 15 Mitglieder einer Familie, darunter Frauen und Kinder, sollen bei einem US-Luftangriff in der nördlichen Stadt Bakuba getötet worden sein. Kampfhubschrauber hätten Angriffe auf vier Wohnhäuser geflogen, sagten irakische Behördenvertreter. Das US-Militär tötete nach Berichten von Aswat al-Irak zudem 15 Al-Kaida-Terroristen in der selben Region. Von der US- Armee gab zunächst keine Stellungnahmen.

In Mossul fuhr ein Selbstmordattentäter mit seinem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in ein örtliches Armeehauptquartier. 13 Soldaten kamen bei der Explosion ums Leben, 18 weitere sowie 12 Zivilisten wurden verletzt.

Viele Opfer sind Kinder
Nach Angaben eines Sprechers des irakischen Innenministeriums wurde im Osten Bagdads ein Wohnhaus von einer Katjuscha-Rakete getroffen. Fünf Bewohner starben, acht weitere wurden verletzt. Unter den Opfern waren auch Kinder. Im Stadtteil Safaraniyah im Südosten der Hauptstadt eröffneten Unbekannte nach Polizeiangaben das Feuer auf Zivilisten und töteten sieben von ihnen, 16 Menschen wurden durch Schüsse verletzt. Fünf Menschen starben im Norden Bagdads bei einem Autobombenanschlag an einer Straßenkreuzung.

Bei Granatenangriffen auf Ziele im Zentrum Bagdads wurde ein Zivilist getötet und 14 weitere verletzt. Wie Aswat al-Irak berichtete, wurden insgesamt drei Granaten abgefeuert. Nach Angaben der Armee traf ein Geschoss ein Krankenhaus in der besonders geschützten Grünen Zone. "Am Sonntagmorgen waren bereits einige Granaten in den Außenbezirken der Grünen Zone in Bagdad eingeschlagen, ohne dass es dabei Opfer gab", sagte der Armeesprecher weiter.

Bush "betrübt" über 4000 getötete Irak-Soldaten
Nach dem Tod des viertausendsten US-Soldaten im Irak hat sich US-Präsident George W. Bush bekümmert gezeigt, einen Kurswechsel aber ausgeschlossen. Bush sei "natürlich betrübt" über die Zahl der getöteten US-Soldaten, die am Wochenende die Schwelle von 4000 überschritten hatte, sagte seine Sprecherin Dana Perino in Washington.

Die Entscheidung zur militärischen Invasion halte der Präsident nach wie vor für richtig: "Er trägt die Verantwortung für die Entscheidungen, die er getroffen hat, und er trägt die Verantwortung dafür, sich auf den Sieg zu konzentrieren." Perino betonte, dass Bush "den Verlust jedes einzelnen Lebens" in dem Einsatz bedauere. (APA/red)

24.3.2008 16:02