Donnerstag, 27. März 2008

Bundesheer bleibt nicht ewig im Tschad: Darabos betont die Befristung der Mission

  • Einsatz wird womöglich um ein halbes Jahr verlängert
  • Darabos verteidigt umstrittenes Engagement in Afrika

Verteidigungsminister Darabos hat bei einem Gespräch mit UNO-Generalsekretär Ban darauf hingewiesen, dass das österreichische Engagement im Rahmen der europäischen Tschad- Mission zeitlich befristet sei. Österreich könne seine Truppen nicht "auf Jahrzehnte", bereitstellen, so Darabos.

Es handle sich beim Tschad-Einsatz zum Schutz von Flüchtlingen aus der sudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur und Hilfsorganisationen um eine Überbrückungsmission, die in eine UNO-Mission übergeführt werden könne, so der Minister.

Halbjährliche Verlängerung
Österreich stellt bei der von der Europäischen Union getragenen Einsatztruppe 160 Soldaten. Der EUFOR-Einsatz basiert auf einer Resolution des UNO-Sicherheitsrates. "Ich bin im Einklang mit dem Generalsekretär, dass das, was festgeschrieben ist, auch eingehalten werden muss", sagte Darabos nach dem Treffen mit Ban, den er erstmals in seiner Funktion als Verteidigungsminister traf.

Darabos sagte, er gehe davon aus, dass der vorerst bis Mitte des Jahres befristete Auftrag für die EUFOR um ein halbes Jahr verlängert werde. Da der Einsatz wegen logistischer Probleme seitens der EUFOR mit wochenlanger Verspätung begann, stünde momentan nicht fest, wann die Soldaten entlassen würden.

Umstrittener Einsatz
Darabos verteidigte den Regierungsbeschluss, die Tschad-Mission der EU mitzutragen, auch wenn sie in der österreichischen Öffentlichkeit umstritten sei. Mit der im Verhältnis zur Bevölkerung überproportionalen Beteiligung zeige Österreich seine Bereitschaft, auch in Afrika auf der Grundlage eines UNO-Mandats mitzuwirken. "Dies halte ich für wichtig, weil die Mission für Stabilität sorgen soll und das führt auch dazu, dass Krisen aus Afrika nicht auf Europa überschwappen", sagte der Minister.

Bezüglich des Kosovo wies Darabos darauf hin, dass Österreich mit 570 Soldaten das stärkste Nicht-NATO-Land bei der dortigen NATO-Truppe KFOR sei. Österreich werde die Anzahl der Bundesheer-Soldaten im Kosovo im Laufe des Jahres auf 700 aufstocken.

(apa/red)

27.3.2008 08:47