Donnerstag, 20. März 2008

Preisentwicklung in Parkhäusern überprüft: Garagentarife seit 2005 kräftig gestiegen

  • Stundenpreise um durchschnittlich 14 % gestiegen
  • Wiens Parkhäuser sind mit Abstand am teuersten

Nicht nur Spritpreise und andere Abgaben für Autofahrer sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, auch die Tarife der öffentlichen Garagen sind kräftig nach oben gegangen. Seit 2005 haben die Stundenpreise durchschnittlich um 14 Prozent zugelegt, bei den Gebühren für Dauerstellplätze waren es sogar 18 Prozent, ergibt die jüngste Parkhaus-Preiserhebung des ÖAMTC. Aktuell muss man für drei Stunden Kurzparken durchschnittlich 6,09 Euro berappen, die Monatsmiete für einen Dauerstellplatz liegt im Österreich-Durchschnitt bei rund 112 Euro.

Mit Abstand am teuersten sind Parkhäuser in Wien, der Durchschnittstarif für drei Stunden Parken liegt bei 7,28 Euro, ein Dauerparkplatz kostet monatlich rund 129 Euro. Es folgen Graz mit 7,21 Euro für drei Stunden Parken und einer Monatsgebühr von 116 Euro sowie Linz mit 5,85 Euro für drei Stunden und einem Monatspreis von 113 Euro. Bei einem durchschnittlichen 3-Stunden-Tarif von 5,39 Euro liegen die Innsbrucker Parkhäuser im Mittelfeld, die Monatsmieten sind mit 118 Euro allerdings die zweithöchsten Österreichs. Salzburg ist mit 5,10 und 78 Euro im Österreich-Vergleich nach wie vor recht günstig. Am billigsten ist laut ÖAMTC-Untersuchung das Parken in einer Garage in Bregenz mit 2,53 Euro für drei Stunden Kurzparken und 65 Euro für einen Monatsparkplatz sowie St. Pölten mit 3 Euro Drei-Stunden-Gebühr und 70 Euro monatlich für einen Dauerstellplatz.

Angebot und Nachfrage
"Bei der Preisgestaltung gilt: je größer die Parkplatznot desto höher der Preis", meint ÖAMTC-Experte Beigl. Deutlich wird dies bei der Betrachtung der Preissteigerungen beim Dauerparken. Diese waren in den größeren Landeshauptstädten wesentlich höher als in den kleineren. In Linz waren die Erhöhungen mit einer Steigerung seit 2005 um +17,2 Prozent im Österreich-Vergleich am größten, wobei hier allerdings berücksichtigt werden muss, dass flächendeckend günstige Nachtpark-Tarife angeboten werden, die 60 Prozent unter dem Normalpreis liegen. An zweiter Stelle folgt Graz mit + 9,3 Prozent und Wien mit + 5,7 Prozent. Weitgehend konstant geblieben sind seit 2005 die Dauerparkpreise in Innsbruck, Salzburg und Klagenfurt. Einen Preisnachlass gab es laut ÖAMTC in der niederösterreichischen Landeshauptstadt, wo die Monatsgebühren im Vergleich zu 2005 um rund 9 Prozent gesenkt wurden.

Tarifschwankungen
Nicht nur zwischen den Städten bestehen deutliche Preisunterschiede, auch innerhalb der einzelnen Städte variieren die Tarife durchschnittlich um plus/minus 40 Prozent. Aus der ÖAMTC-Analyse geht hervor, dass die größten Unterschiede bei den Gebühren der St. Pöltener Garagen, gefolgt von Graz und Innsbruck bestehen. Die mit Abstand geringsten gibt es in Wien in der Kurzparkzone Stadthalle und im ersten Bezirk. "Preisvergleiche lohnen sich", meint Beigl: "Häufig haben Garagen, die nur wenige Gehminuten voneinander entfernt sind, beim Kurzparken Preisunterscheide von bis zu 50 Prozent."

Vergleich oft schwierig
Allerdings: Nicht immer wird einem der Vergleich leicht gemacht: Wie der ÖAMTC feststellte, werden die einzelnen Tarife nicht immer gut lesbar vor der Garageneinfahrt ausgewiesen. "Hinzu kommt, dass vielfach nur der Preis für die erste Stunde angezeigt wird, aber progressive Tarifmodelle dahinter stehen, was bedeutet, dass jede weitere Stunde teurer ist, als die vorherige", erklärt Beigl und fordert verpflichtende Preis-Angaben vor der Einfahrt zum Parkhaus.

(OTS/red)

20.3.2008 10:10