Trotz milden Winters: Österreich kann seine
Marktanteile im Europa-Vergleich halten
- Die Zuwächse in der Sommersaison sind beträchtlich
- Länder wie Italien, Deutschland und Türkei verlieren

·Noch mehr Urlaub in Österreich bis 2018
Studie belegt steigende Bedeutung des Tourismus
·Österreichs Lust am Reisen ungebremst
Italien weiterhin liebstes Ziel für Urlaubsreisen
·Großer Zuwachs für Wien-Tourismus 2007
Erstmals über eine halbe Million Übernachtungen
Trotz Schneemangels und einer schlechten Wintersaison 2006/2007 kann Österreich seine Marktposition im Europavergleich halten und sogar noch leicht ausbauen. Eine glänzende Sommersaison hat die fehlenden Buchungen in den Wintersportorten wettgemacht.
In der Wintersaison 2006/07 nahmen die Umsätze im österreichischen Tourismus trotz empfindlichen Schneemangels um knapp 1 Prozent zu; die Aufwendungen der inländischen Gäste expandierten dabei stärker (plus 2,5 Prozent) als jene der ausländischen Reisenden (plus 0,5 Prozent).
Der Nachfragerückgang in der schneearmen Wintersaison 2006/07 traf vor allem Westösterreich: So sank die Zahl der Nächtigungen in den Bundesländern Salzburg, Tirol und Vorarlberg insgesamt um 2,4 Prozent, in der Steiermark wurde ein leichter Rückgang um 0,6 Prozent verzeichnet.
Städtetourismus expandiert
In den anderen Bundesländern ist der Tourismus deutlich weniger vom Wintersport abhängig. Sie erzielten insgesamt ein Nächtigungsplus von 4,2 Prozent. Auch der relativ wetterunabhängige Städtetourismus expandierte kräftig (plus 3,2 Prozent), obwohl das Vorjahresniveau aufgrund der Sondereffekte der EU-Präsidentschaft und des Mozart-Jahres insbesondere in Wien und Salzburg bereits relativ hoch war (Wintersaison 2005/06: plus 9,3 Prozent beziehungsweise 14,5 Prozent). Im ländlichen Raum ging die Nachfrage hingegen um 1,4 Prozent zurück.
Sommer-Plus von 6,3 Prozent
Im Gegensatz zur Wintersaison steigerten die Tourismusbetriebe ihre Umsätze im Sommer 2007 mit einem Plus von 6,3 Prozent (real plus 3,7 Prozent) beträchtlich. Österreich dürfte damit auch gemessen am internationalen europäischen Reiseverkehr Marktanteile gewonnen und so seine Wettbewerbsposition verbessert haben, so der Wifo-Experte. Begünstigt wurde die Entwicklung in der Sommersaison wahrscheinlich auch dadurch, dass Urlaube, die im Winter wegen des Schneemangels storniert oder verkürzt worden waren, zu einem Teil in der Sommersaison nachgeholt wurden.
Polen legt zu - Italien verliert
Eine relativ kräftige Steigerung ihres Marktanteils erzielten 2007 Polen, Schweden, Portugal und die Niederlande. Vergleichsweise starke Einbußen verzeichneten hingegen andere wichtige Destinationen - insbesondere Italien, die Türkei, Deutschland und Frankreich.
(apa/red)
