Mittwoch, 26. März 2008

Parkinson-Krankheit schon früh entdecken:
Vielversprechender Test spendet Hoffnung

  • Bluttest könnte Zeichen im Anfangsstadium erkennen
  • Hinweise zu Entstehung und Verlauf der Erkrankung

Ein Bluttest könnte in absehbarer Zeit die Parkinson-Krankheit schon im Frühstadium erkennen. In einer ersten Studie erwies sich das in den USA entwickelte Verfahren als vielversprechend. Die Untersuchung identifiziert bestimmte Stoffwechselprodukte im Blut, die auf die neurodegenerative Krankheit hindeuten. Ein zuverlässiger Bluttest könnte nicht nur vielen Menschen eine falsche Parkinson-Diagnose ersparen, sondern auch wertvolle Hinweise zu Entstehung und Verlauf der Krankheit liefern.

Bisher wird Parkinson ausschließlich anhand der klinischen Symptome festgestellt. Diese Diagnosen seien aber bestenfalls zu 90 Prozent zuverlässig, beklagt der Neurologe Flint Beal von der Cornell Universität in New York. Das hieße, dass etwa jeder zehnte Patient irrtümlich die Diagnose Parkinson erhält und mit entsprechenden Medikamenten behandelt wird.

Untersuchung von Stoffwechselprodukten im Blut
Forscher um Beal untersuchten nun das Blut von 66 Parkinson-Patienten und 25 gesunden Menschen auf mehr als 2.000 unterschiedliche Stoffwechselprodukte. Zwar trat keine dieser Substanzen ausschließlich bei den Parkinson-Patienten auf. Aber etwa die Konzentrationen von 160 Stoffen waren bei der Krankheit verändert, wie die Mediziner in der Zeitschrift "Brain" berichten. So waren etwa bei den Parkinson-Patienten die Harnsäurewerte sehr niedrig, erhöht waren dagegen die Konzentrationen des Proteins Glutathion und des Markers 8-OHdG, der Schäden durch Oxidationsprozesse anzeigt.

Einsatzfähiger Test noch Jahre entfernt
Zwar bestätigt die Studie, dass das Blut von Parkinson-Patienten bestimmte Besonderheiten aufweist, ein einsatzfähiger Test ist nach Einschätzung der Forscher aber noch Jahre entfernt. Die Mediziner glauben, dass das Verfahren dann auch Aufschluss liefern kann über die Prognose für den Ausbruch und das Fortschreiten der Krankheit. In den USA leiden etwa 1,6 Millionen Menschen an Parkinson.

(apa/red)

26.3.2008 10:03