Ende für den versteckten Datentransfer?
Neue Abwehrmethode dagegen entwickelt
- Im Forschungsprojekt "StegIT" der FH St. Pölten
- Für Handys als auch Internet-Telefonie anwendbar

·Mehr Daten über User als jemals zuvor
"Jeder hinterlässt eine deutliche Spur im Netz"
·Online-Fahndung nur bei Terror-Verdacht?
Österreich will deutsches Urteil berücksichtigen
·Online-Durchsuchung
nur unter Auflagen
Deutschland: Rechte von
Usern werden gestärkt
Mit einer neuen Abwehrmethode gegen versteckten Datentransfer wollen Forscher der Fachhochschule (FH) St. Pölten Terroristen, Drogenhändlern oder auch Wirtschaftsspionen das Leben schwer machen. Im Forschungsprojekt "StegIT" haben die IT-Experten um Johann Haag ein System entwickelt, wie die sogenannte Steganografie - also das Übermitteln von verdeckten Informationen - über Handy oder auch Internet-Telefonie (VOIP) flächendeckend verhindert werden kann.
Wer Lauschangriffen entgehen möchte, hat mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, Informationen unbemerkt über Handy- oder Computernetze zu senden, erklärte dazu Haag. So können verschlüsselte Datenpakete etwa im stets vorhandenen Rauschen versteckt werden. Beim sogenannten Echo Hiding wird an Audio-Dateien oder Telefongespräche ein künstliches Echo angefügt, welches dann die geheime Nachricht enthält.
"Möchte man einen bestimmten Datenverkehr auf derlei geheime Übertragungen scannen, so ist das sehr aufwendig", so der Experte. Die St. Pöltner Forscher schlagen daher eine andere Möglichkeit vor. Dabei werden die übertragenen Daten prophylaktisch verändert und durcheinandergewürfelt, egal ob sie nun eine geheime Huckepack-Information enthalten oder nicht. So kann beispielsweise ein nicht hörbares Rauschen eingefügt werden, eine geheime Botschaft könnte so nicht mehr dechiffriert werden. Die normale Sprach- oder auch Bildübertragung wäre dabei nicht gestört.
Nicht für Terror-Bekämpfung geeignet
Der Nachteil der Methode wäre, dass einzelne, versteckte Datentransfers nicht aufgespürt werden. Zur Ausforschung etwa von kriminellen oder terroristischen Elementen eignet sich die Sache daher nicht. Dafür würde die Weiterleitung von geheimen Daten vergleichsweise einfach und nötigenfalls auch flächendeckend verhindert. In einer zweiten Phase ihres vom Infrastrukturministerium finanzierten Projekts wollen die Experten nun konkrete Prototypen entwickeln. Dass die Sache grundsätzlich funktioniert, konnte bereits praktisch gezeigt werden. (apa/red)
