Mittwoch, 19. März 2008

Happy Birthday! .at-Adressen werden 20:
Top-Level-Domain ist seit 1998 registriert

  • Mittlerweile gibt es 725.000 heimische Web-Auftritte

Seit zwanzig Jahren gibt es österreichische Internetseiten. 1998 wurde die österreichische Top-Level-Domain .at in den USA offiziell registriert. Damals, als die Domainverwaltung noch der Universität Wien unterstand, gab es erst eine Hand voll .at-Seiten - heute sind es mehr als 700.000. Die rasante Entwicklung der heimischen Internetlandschaft ist auch geprägt von der Gründung der österreichischen Registrierungsstelle nic.at, die heuer ihr zehnjähriges Jubiläum feiert.

Angestiegen ist die Anzahl der .at-Webseiten vor allem in den vergangenen zehn Jahren. So gab es im Jahre 1998 rund 30.000 österreichische Domains. Heuer haben 78 Prozent der alpenländischen Unternehmen eine eigene Internetadresse registriert und bewegen sich damit im europäischen Spitzenfeld - der EU-Durchschnitt liegt bei 65 Prozent.

Erste .at-Adresse unbekannt
Die Top-Level-Domain .at wurde im Jänner 1988 in den USA offiziell registriert. Der Name der ersten .at-Adresse sei nicht mehr eruierbar, sagte Richard Wein, Geschäftsführer von nic.at, zur APA. Damals hat noch die Universität Wien, in dessen EDV-Zentrum der erste Domain-Name-Server stand, alle heimischen Adressen verwaltet, die bis 1991 nur für universitäre Zwecke genutzt wurden. Domains waren kostenlos, eine Registrierung nur unter .ac.at, gv.at, co.at und or.at möglich. 1997 wurden die strengen Vergabebedingungen gelockert und es konnten auch .at-Domains registriert werden. Wegen der starken Nachfrage musste eine Vergabegebühr eingeführt werden, was zu einem Aufschrei in der Community führte.

Seit 2004 gibt es auch .at-Adressen mit Umlauten - börse.at war die erste. Seit 2006 dürfen österreichische Domains auch Ziffern enthalten, die erste war 321.at, die begehrteste 666.at mit knapp 100 Anträgen. Seit dem Start der IDN-Domains (Internationalized Domain Names) am 31. März 2004 in der .at-Zone stehen insgesamt 34 neue Sonderzeichen zur Verfügung.

Schaltzentrum Salzburg
Die österreichische virtuelle Welt wird von Salzburg aus verwaltetet und organisiert. Die zentrale Vergabestelle für .at-Domains ist nämlich in der Mozartstadt angesiedelt, aber auch in Wien gibt es eine Stelle. Eine Hauptaufgabe von nic.at, die keine Behörde, sondern eine GmbH ist, ist die Sicherstellung der weltweiten Erreichbarkeit aller .at-Domains. nic.at erhält pro Monat rund 3.500 Anrufe und 5.000 E-Mail-Anfragen. Innerhalb desselben Zeitraums erfolgen etwa 2, 6 Milliarden Abfragen, ob eine Domain schon vergeben ist, rund 6,5 Millionen Mal will man wissen, wem eine Domain gehört (Whois-Abfrage). Rund 100.000 "Tickets", also Anträge für neue Domains oder Änderungswünsche bearbeitet nic.at pro Monat.

Bei der Domainvergabe wird das Prinzip "first come, first served" angewandt. Im Jänner 2008 waren laut nic.at 725.937 .at-Domains aktiv. Der Großteil der Domaininhaber ist in Österreich beheimatet (knapp 70 Prozent), knapp ein Fünftel kommt aus Deutschland, etwa fünf Prozent der Besitzer einer .at-Adresse wohnen in einem anderen EU-Land und rund zwei Prozent in der Schweiz. (apa/red)

19.3.2008 15:47