'Watergate' in Wien? 'Versuchter Diebstahl
im Ministerratsbüro' sorgt für neue Aufruhr
- NEWS: SP-Kanzlerbüro steht im Visier der Anzeige
- Aktentasche von ÖVP-Kabinettschef verschwunden

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Der Kabinettschef von VP-Vizekanzler Wilhelm Molterer, Ralf Böckle, hat am 18. 3. via Anwalt eine Sachverhaltsdarstellung wegen "versuchtem Diebstahl im Ministerratssaal des Parlaments" an die Staatsanwaltschaft Wien geschickt. In der NEWS exklusiv vorliegenden Sachverhaltsdarstellung geht es um einen brisanten Verdacht: Demnach habe Böckle seine Aktentasche einige Zeit unbeaufsichtigt im Ministerratssaal im Parlament zurückgelassen. Die Tasche sei nach seiner Rückkehr verschwunden gewesen.
Böckles Anwalt gibt in der Sachverhaltsdarstellung an: "Letztlich ergab eine Nachfrage beim Amtsdiener im Vorzimmer des Herrn Bundeskanzlers, dass die Tasche von Herrn Böckle diesem vor kurzem von einem Mitarbeiter aus dem Kabinett des Herrn Bundeskanzlers ausgehändigt worden war. Bei einem Blick in die Tasche hat mein Mandant festgestellt, dass deren Ordnung verändert war."
Die wirkliche Bedeutung dieses Vorfalls sei ihm aber erst klar geworden, nachdem "profil" die "Strategiepapiere der ÖVP mit einem Papier, das eindeutig aus dem Inhalt der Tasche stammte, auszugsweise abdruckte." Genau "das Papier fehlte".
Ermittlungen gegen unbekannte Täter
Der Anwalt Böckles folgert: "Abgesehen davon, dass damit der Tatbestand der Auskundschaftung eines Geschäfts- oder Betriebsgeheimnisses im Sinne § 123 StGB...verwirklicht erscheint, besteht der Verdacht, dass eine vorerst unbekannte Person die Tasche mit dem Vorsatz an sich genommen hat, sich durch Zueignung von Inhalten der Tasche unrechtmäßig zu bereichern." Daher beantragt er auch "Ermittlungen gegen unbekannte Täter" wegen Diebstahls.
Der offenkundige Vorwurf hinter dieser Sachverhaltsdarstellung: Ein Mitarbeiter von Kanzler Alfred Gusenbauer habe diese Papiere an sich genommen.
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