Deutschlands Steuerfahnder überlastet:
Sünder könnten dadurch straffrei bleiben
- Verjährungsfrist soll auf 10 Jahre verdoppelt werden
- Allein in Bayern stapeln sich 15.000 unerledigte Fälle
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Wegen Überlastung der Steuerfahnder können viele Steuersünder nach Einschätzung der Deutschen Steuergewerkschaft damit rechnen, dass ihre Taten wegen Verjährung nicht mehr bestraft werden. Laut einer aktuellen Erhebung stapelten sich allein in Bayern knapp 15.000 unerledigte Fälle, sagte Gewerkschaftschef Dieter Ondracek dem Nachrichtenmagazin "Focus".
"Das ist noch Arbeit für sieben Jahre. Die Tat verjährt aber bereits nach fünf Jahren." In vielen deutschen Bundesländern sehe es ähnlich aus. Die Verjährungsfrist sollte nach Ansicht Ondraceks auf zehn Jahre verdoppelt werden.
Bereits zuvor hatte Ondracek schärfere Sanktionen gegen Steuerhinterzieher sowie mehr Personal in den Finanzämtern gefordert. Zusätzlich 10.000 Beschäftigte in den Steuerverwaltungen wären die richtige und angemessene Antwort der Politik, um Steuerhinterziehung einzudämmen, sagte er in Berlin.
Der Innendienst der Steuerverwaltungen müsse um bundesweit 5.000 Experten aufgestockt werden, forderte Ondracek. "Es spricht sich herum: Die im Finanzamt haben keine Zeit, genauer hinzuschauen", sagte der Chef der Steuergewerkschaft. Gelegenheit mache Diebe. 4.000 Betriebsprüfer zusätzlich im Außendienst würden ebenfalls die prophylaktische Wirkung erhöhen. Schließlich seien 1.000 spezielle Steuerfahnder nötig. (apa/red)

