NÖM-AG übernimmt jetzt Molkerei Mona: Oberwart konzentriert sich künftig auf Soja
- Bisher 65 Mio. Jahresumsatz für Burgenland-Fabrik
- Käufer steigert mit Geschäft Position am Milchmarkt

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Die zur Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien gehörende NÖM AG übernimmt das Milchgeschäft der burgenländischen Mona-Gruppe. Mona konzentriere sich am Standort Oberwart künftig zu hundert Prozent auf den wachsenden Soja-Markt. Das Mona-Milchhandelsgeschäft mit einer starken Position im österreichischen, deutschen und ungarischen Lebensmitteleinzelhandel werde mit den internationalen Vertriebsstrukturen der NÖM AG europaweit ausgebaut, teilten NÖM-Vorstandssprecher Alfred Berger und Mona-Chef Matthias Krön bei einer Pressekonferenz mit.
Mit dem Erwerb des Mona-Milchgeschäfts stärke die NÖM AG, zweitgrößter österreichische Milcherzeuger mit einem Jahresumsatz von 336 Mio. Euro (2007) und Sitz in Baden, ihre Position am Milchmarkt. "Wir sind schon seit Jahren Abnehmer für burgenländische Milchlieferanten und werden die Marke Burgenlandmilch weiter pflegen", stellte Berger in Aussicht.
Über den Kaufpreis für die Mona-Milchaktivitäten sei Stillschweigen vereinbart worden. Die NÖM will vor allem in Osteuropa kräftig weiterexpandieren und bis etwa 2010 einen Jahresumsatz von 1 Mrd. Euro machen.
Mona-Gruppe: Umsatz von rund 100 Mio. Euro
Die Mona-Gruppe erwirtschaftete 2007 einen Umsatz von rund 100 Mio. Euro - 35 Mio. Euro davon entfielen auf Sojaprodukte, die Mona in Oberwart eigenständig weiterführt. Die von fünf auf zwei Gesellschaften geschrumpfte Mona-Gruppe wird den Molkerei-Standort in Oberwart den Angaben zufolge vorerst weiter betreiben und in den kommenden zwei bis drei Jahren in einen Soja-Standort umbauen. "Mehrere Millionen Euro" würden in die dafür erforderlichen Produktionsanlagen investiert. Der Mitarbeiterstand könnte im Zuge des Umbaus zum Sojaspezialisten laut Krön um bis zu 50 Prozent steigen.
Forschung und Entwicklung
Zwei bis fünf Prozent des Umsatzes lässt Mona fortan in Forschung und Entwicklung fließen. Bis 2010 soll sich der Sojaprodukte-Umsatz von zuletzt 35 Mio. Euro auf rund 80 Mio. Euro mehr als verdoppeln. "Wir werden eine auf Pflanzen basierende Milchindustrie in Österreich aufbauen", kündigte Krön an. Das sei "kein Schritt gegen die Milch - wir sind sicher, dass die NÖM das in unserem Sinne weiterführen wird", so der Mona-Chef. Nach dem NÖM-Deal verbleiben bei Mona die beiden Gesellschaften Mona Naturprodukte GmbH und Molkerei Oberwart Produktions GmbH.
Mona beschäftigt 130 Mitarbeiter - 80 davon verbleiben bei dem Unternehmen, 50 werden von der NÖM übernommen. Was in zwei bis drei Jahren sei, könne man jetzt noch nicht sagen. Die Lieferverträge der Milchbauern seien bis März 2009 gesichert. "Dann wird die Milch entweder von der Molkerei Oberwart übernommen oder von der NÖM, die ja auch schon jetzt Überschüsse abnimmt", erklärte Krön.
In Oberwart werden derzeit jährlich 17 Mio. Kilogramm Milch abgefüllt. Die lange Tradition der Milchproduktion in Oberwart geht bis auf das Jahr 1921 zurück.
Mona verkauft das gesamte Milchhandelsgeschäft
Die NÖM AG und die Mona-Gruppe haben den Angaben zufolge vereinbart, dass die NÖM - vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kartellbehörde - drei operative Unternehmen der Mona-Gruppe rückwirkend per 1. Jänner 2008 übernehmen wird. Mona verkauft das gesamte Milchhandelsgeschäft, also das Großhandelsunternehmen Südfrisch, die Mona-Nahrungsmittelproduktions- und VertriebsgmbH sowie Mona Ungarn.
(apa/red)

