Der Feuerwehrmann hat voll eingeschlagen:
Constantini führt Austria auf Siegerstraße
- Lafata mit Doppelpack zum Austria-Matchwinner
- Innviertler auswärts schon elf Runden sieglos

·Austria mit Dreier bei
Constantini-Premiere
Lafata mit Doppelpack bei Heimsieg gegen Ried
·UMFRAGE: Welches Team holt den Titel?
Salzburg von Austria
oder Rapid zu stoppen?
·UMFRAGE: Welches Team steigt heuer ab?
Erwischt es Neulinge oder
einen etablierten Verein?
"Feuerwehrmann" Dietmar Constantini hat das erste Sechstel seiner violetten Mission erfüllt und die Wiener Austria, die zuletzt drei Niederlagen in Serie bezogen und in vier Runden nur ein Tor erzielt hatte, auf die Erfolgsstraße zurückgebracht. Im ersten Spiel unter dem 52-jährigen Tiroler Trainer bzw. nach der Beurlaubung von Georg Zellhofer schlug der Fußball-Cupsieger im Horr-Stadion SV Ried 2:0 (1:0), womit die Hausherren "Winterkönig" Sturm Graz (1:1 in Mattersburg) vom vierten Tabellenrang verdrängten und ihre Chance auf einen UEFA-Cup-Start wahrten.
Constantini, der seinen ersten "Job auf Zeit" für die Austria im Februar 2002 "nur" mit einem 1:1 in Graz gegen den GAK gestartet hatte, bewies vor seinem Einstand ein gutes Näschen. Er hatte David Lafata sein Vertrauen geschenkt und wurde nicht enttäuscht. Der Tscheche, einer von vier Neuen gegenüber der Startaufstellung im Derby gegen Rapid, avancierte mit seinem ersten Doppelpack für die Wiener zum Matchwinner. "Es war keine Bauch-, sondern eine Kopf-Entscheidung. Lafata gefällt mir von der ersten Minute, seit er bei der Austria ist. Er läuft wie auf Schienen und ist torgefährlich", begründete der Trainer, der während 90 Minuten stehend, gestikulierend und lautstark Anweisungen gegeben hatte, den Einsatz Lafatas.
Für ihn hatte sich sich nur die Frage gestellt, ob dem Legionär die Position rechts behagen würde. Die Rechnung ging auf: "Es freut mich für ihn, denn auch er war nicht gerade mit Selbstvertrauen vollgepumpt." Der Mann des Abends gab sich bescheiden. "Man hat Spaß, wenn man spielt. Meine zwei Tore waren für die ganze Mannschaft wichtig. Nach der 1:0-Führung ist es gut gelaufen, so müssen wir auch in den restlichen fünf Spielen auftreten", meinte der Stürmer. Constantini, der nach der Pause "den Ball in seiner Elf schön zirkulieren sah", ergänzte, dass das 2:0 nur ein kleiner Schritt gewesen sei, mehr aber auch nicht.
"Jeder kämpft ums Leiberl"
Dass am Verteilerkreis mit dem neuen Feldherrn ein neuer Wind weht, bestätigte Ronald Gercaliu. "Die Karten sind neu gemischt, jeder kämpft ums Leiberl. Wir haben uns vorgenommen, als Team aufzutreten und Gas zu geben. Und nach dem 1:0 haben wir auch gut Fußball gespielt", sagte der Teamverteidiger, der nach seiner Sperre wie Lafata, Arek Radomski, der nach seinem Kreuzbandriss am 1. Mai im Cup-Finale in der Kampfmannschaft ein starkes Comeback gab, und Aigner zu den "Neuen" gegenüber der Aufstellung gegen Rapid zählte.
Das Quartett und alle anderen wurden mit zwei freien Tagen am Ostersonntag und -Montag belohnt, ehe am Dienstag wieder am "Spaßfaktor" gearbeitet wird. Nächsten Samstag wartet in Graz das Duell mit Sturm und damit eine ungleich schwierigere Aufgabe auf den Herbstmeister. "Ob wir daheim oder auswärts spielen, ist für mich sekundär. Wenn man mit Angst spielt, geht ohnehin da und dort nichts", sagte Constantini.
Nur ein Auswärtssieg für Ried
Ganz andere Sorgen haben die Rieder, die von 22 Auswärtsspielen gegen die Favoritner nur eines (2:0 am 14. August 1999) gewonnen haben, und in dieser Saison in der Fremde nun schon elf Runden (zuletzt sechs Niederlagen in Serie) sieglos sind. "Es ist für uns eine schwierige Situation, wir befinden uns als Siebenter im Niemandsland der Tabelle, und es ist eine gewisse Unzufriedenheit in der Mannschaft. Es muss sich etwas ändern, ein frischer Wind rein, es wird für die Zukunft Änderungen geben", sagte Trainer Thomas Weissenböck, der noch ein Jahr Vertrag hat und von Stefan Reiter unterstützt wird. Gerüchte, wonach Zellhofer kommen könnte, wies der Manager jedenfalls dezitiert zurück.
Ried muss sich etwas einfallen lassen
Die Verträge von sieben Spielern laufen aus, auch jener von Ernst Dospel, der von einem verdienten Sieg seines Ex-Vereins sprach. "Bis zum 0:1 haben wir gut dagegen gehalten, aber in Hälfte zwei ging nach vorne überhaupt nichts. In den restlichen Spielen müssen wir das Beste daraus machen. Im Sommer muss sich der Verein etwas einfallen lassen, sonst wird es ganz schwer", sagte der Innenverteidiger, mit dem über ein Bleiben noch niemand gesprochen hat. "Wenn sich nichts ändert, bleibe ich nicht." Zum Spiel sagte Bozo Kovacevic: "Das 2:0 war zu hoch, die Austria nicht so gut und überlegen."
Wer weiß, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte Muhammet Akagündüz in der 22. Minute beim Stande von 0:0 nach einem Rückpass von Lafata den Ball nicht am herausstürzenden Fornezzi und der rechten Stange vorbei, sondern ins Netz geschoben. Weissenböck hatte "zwei verunsicherte Teams und kein schönes Spiel" gesehen. "Wir sind zu tief gestanden und haben zu wenig nach vorne gemacht. Durch die Führung ist die Austria sicherer geworden. Wir haben nach der Pause ein junges Mittelfeld und keinen Mann gehabt, der das Heft in die Hand genommen hätte. Austria war dann immer gefährlich und hat aus einem Fehler das 2:0 gemacht", resümierte der Trainer der "Wikinger", dessen Schützlinge in einer Woche Titelverteidiger Red Bull Salzburg zu Gast haben.
(apa/red)
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