Sonntag, 23. März 2008

Bullen freuen sich über Punkteausbeute:
Red Bull und Toro Rosso haben zwei Punkte

  • Nach Toro Rosso schreiben diesmal auch Bullen an
  • Marko: "Sind aber noch nicht dort, wo wir hin wollen"

Sieben Tage nach Platz sieben beim WM-Aufakt in Australien durch Sebastien Bourdais im "alten" Toro Rosso hat in Sepang auch Red Bull Racing in der Formel-1-WM 2008 "angeschrieben". Mark Webber schaffte mit dem brandneuen RB4 im zweiten WM-Rennen ebenfalls Rang sieben. Nach zwei von 18 WM-Läufen liegen damit die beiden Red-Bull-Teams in der Konstrukteurs-WM gleichauf mit jeweils zwei Zählern - natürlich - auf Platz sieben.

Mit dem Rennen in Malaysia ging für beide Bullen-Teams eine aufregende Woche zu Ende. Zunächst hatte die Verkaufs-Ankündigung von Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz, der Toro Rosso wegen geänderter Voraussetzungen bis 2010 vermutlich verkaufen wird, für Riesen-Aufregung gesorgt. Danach war dann der "große Bruder" Red Bull Racing nach dem Bruch der Spurstange am Auto von David Coulthard kurzfristig vom Startverbot bedroht gewesen.

Zumindest bei RBR gab es aber dann doch zufriedene Gesichter, nachdem Webber ein starkes Rennen gefahren war. Zunächst sogar lange auf Platz vier und gejagt von Lewis Hamilton, später im Kampf gegen Doppelweltmeister Fernando Alonso um Platz sieben. Weil man im RB4 des Australiers wegen einer defekten Pumpe aber stets mehr Benzin als notwendig einfüllen musste, verlor Webber nach jedem Boxenstopp zwei Plätze. "Das hat ihn übers Rennen gesehen an die 15 Sekunden gekostet", war sich Teamchef Christian Horner bewusst.

Webber hätte mehr punkten können
Zudem steckte Webber lange hinter dem Japaner Sato fest. "Ich wäre sonst sicher vor Heidfeld (6./Anm.) ins Ziel gekommen", trauerte Webber weiteren zwei WM-Punkten nach. Teamkollege Coulthard verpasste als Achter einen weiteren Zähler knapp. "Wir sind vor Renault, Honda und hier auch deutlich vor Williams. Mit Toyota konnten wir aber nicht mithalten, selbst wenn wir unsere Probleme miteinkalkulieren", zog Red-Bull-Konsulent Helmut Marko Bilanz vor dem nächsten Rennen in zwei Wochen in Bahrain. "Insgesamt sind wir noch nicht dort, wo wir hin wollen", so der Grazer.

Die in Australien noch so sensationellen Toro Rosso verzeichneten diesmal einen Doppel-Ausfall. War Bourdais in Australien sogar bis kurz vor Schluss auf Platz vier gelegen, flog der französische Formel-1-Neuling in Malaysia schon in Runde eins von der Strecke. Jungstar Sebastian Vettel stellte seinen vermeintlich standfesten TR2B in der 39. Runde mit brennendem Heck ab. Die Ursachen für die Ausfälle blieben vorerst im Dunklen.

Toro Rosso "zurück in Realität"
"Natürlich ist es enttäuschend, wenn man beide Autos verliert. Aber Vettel war lange auf Platz zwölf. Das ist genau dort, wo wir hingehören", nahm es Team-Mitbesitzer Gerhard Berger nicht übermäßig tragisch. "Ich würde es gegenüber Australien nicht unbedingt als Rückschlag bezeichnen. Vielmehr sind wir wieder zurück in der Realität", sagte der Tiroler.

Berger blickte aber seinerseits schon nach vorne. "Wenigstens sind beide RB4 ins Ziel gekommen. Davon werden wir über kurz oder lang profitieren", freute er sich schon auf den fünften WM-Lauf in der Türkei, ab dem dann auch Toro Rosso mit dem neuen Newey-Auto fahren kann. Dass ein Konstrukteursbüro Autos für zwei Teams entwirft, ist ab 2010 verboten. Deshalb wird es bei Red Bull dieses Konstrukt bis dahin auch nicht mehr geben.
(apa/red)

23.3.2008 13:25
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