Samstag, 22. März 2008

Strafversetzung für die McLaren-Fahrer:
Strafe für Bummelfahrt auf der Ideallinie

  • Hamilton und Kovalainen um je fünf Plätze zurück
  • "Silberpfeile" werden keinen Einspruch einlegen

Die beiden McLaren-Mercedes-Piloten Heikki Kovalainen und Lewis Hamilton sind in der Startaufstellung für den Formel-1-Grand-Prix von Malaysia um jeweils fünf Plätze nach hinten versetzt worden. Der Finne und der Engländer hatten im Qualifying Konkurrenten behindert, wurden dafür von den Rennstewards bestraft und müssen nun das Rennen in Sepang von den Startplätzen acht und neun in Angriff nehmen.

Der spanische Renault-Pilot Fernando Alonso und der deutsche BMW-Sauber-Fahrer Nick Heidfeld hatten sich über das Verhalten des McLaren-Duos beschwert, daraufhin wurde Protest eingelegt. Die Strafe wurde schließlich rund fünf Stunden nach Ende des Qualifyings bestätigt und von einem McLaren-Sprecher bestätigt, die "Silberpfeile" wollen keinen Einspruch gegen die Entscheidung einlegen. Heidfeld rückt damit auf Rang fünf und Alonso auf Platz sieben auf.

Heidfeld und Alonso hatten sich in der dritten und letzten Qualifying-Session noch auf ihren "schnellen Runden" befunden, während Hamilton und Kovalainen bereits zwecks Benzinsparen mit stark reduziertem Tempo unterwegs waren. Heidfeld beschrieb die Vorkommnisse folgendermaßen: "Im Q3 waren die meisten Autos bereits sehr, sehr langsam, fast als hätten sie ihre Autos auf der Strecke geparkt. Ich befand mich jedoch auf meiner schnellen Runde. Den größten Fehler machten die McLaren-Autos vor Kurve vier, sie waren direkt in der Rennlinie und ich konnte meine Linie nicht wie gewünscht fahren."

Heidfeld gab an, dadurch rund zwei Zehntel verloren zu haben. "Und die Ergebnisse waren sehr, sehr knapp. Ohne diesen Zwischenfall wäre ich Dritter geworden." Auch Doppelweltmeister Alonso, der im Herbst im Unfrieden von McLaren geschieden war, hatte nach dem Qualifying mit den Stewards gesprochen. "Ich wurde so wie Heidfeld behindert, das ist eine Schande", meinte Alonso. "Offensichtlich haben die Rennkommissare Nicks Einschätzung bestätigt", kommentierte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen das Urteil zufrieden.

Geschwindigkeitsunterschied 200 km/h
Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen Heidfeld und den McLaren-Bummlern habe mehr als 200 km/h betragen. "Dadurch entstand eine wirklich gefährliche Situation", betonte Theissen. McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh verteidigte sein Duo: "Keiner unserer Fahrer wollte absichtlich jemanden behindern. Sie haben alles gemacht, um Nick und Fernando vorbeizulassen."

Dass die Fahrer Benzin sparen wollen nach ihren schnellen Runden, liegt vor allem an einer Regeländerung für diese Saison. Demnach dürfen die Teilnehmer an der Top-Ten-Qualifikation nicht mehr wie im Vorjahr den verbrauchten Sprit nachtanken. Sie müssen mit derselben Menge ins Rennen gehen, mit der sie die Qualifikation beenden. Dies beeinflusst wiederum die Tank- und Boxenstopp-Strategie.
(apa/red)

22.3.2008 13:51
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