Donnerstag, 20. März 2008

EM-Gold kein Garant für Olympiamedaille:
Siegerzeit bereitet Rogan Kopfzerbrechen

  • Über 200 m Rücken muss nun eindeutig der Titel her
  • Mirna Jukic Anwärterin auf EM-Gold über 100 m Brust

Markus Rogan hat sich seine Ziele gegen Ende seiner Karriere als Schwimm-Vollprofi mittlerweile so hoch gesetzt, dass ihn ein Europameister-Titel an sich nicht mehr zufrieden stellt. Da freuen sich viele Aktive mehr über eine persönliche Bestleistung als der 25-Jährige in Eindhoven über das über 100 m Rücken errungene Gold. Doch es war keine Arroganz Rogans, sondern ein nicht ganz zu seiner Zufriedenheit absolvierter Zwischenschritt zu Olympia.

"Mit dieser Zeit würde ich bei den US-Meisterschaften Siebenter werden", meinte der Wiener zu seiner Siegermarke von 54,03 Sekunden. "Und bei Olympia gewinne ich so sicher keine Medaille." Auch wenn er sein ganzes Hauptaugenmerk auf die 200 m Rücken legt, mit einem Podestplatz bei den Spielen in Peking über die mittlere Rückenstrecke liebäugelt Rogan ja doch noch. 2004 in Athen hat er über beide Distanzen Silber geholt.

Vor den Titelkämpfen in den Niederlanden war Österreichs "Sportler des Jahres 2004" noch davon ausgegangen, als 100-m-Rücken-Europameister in fünf Monaten in China gar um den Titel mitschwimmen zu können. "Da habe ich mich aber wohl verschätzt", gab er nach dem gewonnenen Endlauf zu. Dass er 25/100 Sekunden langsamer als bei seinem Bronze-Lauf vor knapp einem Jahr bei den Weltmeisterschaften in Melbourne ist, hätte er sich nicht gedacht.

Paradedisziplin 200 m Rücken
Die verstärkte Konzentration auf 200 m Rücken geht in dieser Hinsicht aber doch nicht ganz spurlos am OSV-Ass vorüber. Darum aber gilt Rogan auf seiner Paradestrecke nun umso mehr als Gold-Favorit. "Der Wille zum Titel und einer Topzeit ist da", gab sich der Gewinner von mittlerweile 24 internationalen Medaillen zuversichtlich. "Ich muss das gewinnen."

(apa/red)

20.3.2008 20:46