"Goldfisch" Rogan gewinnt 100 m Rücken: Wiener sichert sich EM-Medaille in Eindhoven
- 25-Jähriger schwimmt in 54,03 Sekunden ins Ziel
- 1. internationale Titel über mittlere Rücken-Strecke

·Rogan startet bei EM mit Ganzkörper-Anzug
Neuer "Laser Racer" be- geistert die Schwimmer
·Steckbrief von
Markus Rogan
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Markus Rogan hat in Eindhoven erstmals in seiner Schwimm-Karriere einen großen 100-m-Rücken-Titel gewonnen. Ganz zufrieden war er mit dem errungenen Langbahn-EM-Gold aber nicht. Hinsichtlich seines Olympiatraums hatte der 25-Jährige seine hohen Vorgaben nicht ganz erfüllt. Rang eins in 54,03 Sekunden vor dem Griechen Aristeidis Grigoriadis (54,27) und dem Russen Arkadij Wjatschanin (54,45) konnte sich aber doch sehen lassen.
"Ich wäre lieber schneller gewesen und Zweiter geworden", meinte Rogan in einer ersten Reaktion. Er hätte sich eine Zeit deutlich unter 54 Sekunden gewünscht, um eine bessere Bestätigung für seine Schnellkraft-Entwicklung zu bekommen. Daher kam gar keine richtig große Freude beim OSV-Ass auf. Erst rund 35 Minuten nachher bei der Siegerehrung fühlte und gab er sich doch so, wie man es von einem Europameister erwartet.
Von hinten aufgerollt
Das Rennen hatte er wieder einmal von hinten aufgerollt. Bei der 50-m-Marke war er wie etwa im Olympia-Finale von Athen 2004 nur Achter gewesen, erarbeitete sich aber noch einen sicheren Vorsprung von 24/100 auf Grigoriadis. Titelverteidiger Wjatschanin ließ er um 42/100 hinter sich.
Erster Goldlauf
Über 100 m war es der erste Goldlauf Rogans überhaupt, nachdem er über die mittlere Rückenstrecke bereits insgesamt sieben Mal auf den anderen beiden Treppchen des Podiums gestanden war. "Aber dennoch bin ich die zweite Hälfte mit zu viel Kraft geschwommen", ließ der Athlet von SVS Niederösterreich nicht locker. "Ich muss mit mehr Finesse schwimmen."
Härteres Training
Den Weg dorthin sieht der fleißige Trainierer überraschend in härterem Training. "Ich muss noch mehr trainieren, härter arbeiten und besser vorbereitet in die Rennen gehen", erklärte der insgesamt nun siebenfache Europameister den staunenden Journalisten. "In Italien trainieren sie gut, aber sie sind dort auch Weltmeister im Jammern. Da schwindelt man sich schon aus dem einen oder anderen Training heraus, wenn man mal nicht so will."
Entscheidend für seinen Titelgewinn sah Rogan das relativ verbummelte Semifinale, in dem er als Vierter um 63/100 langsamer war als im Finale. "Wäre ich da Erster gewesen, hätte ich im Finale nicht gewonnen", meinte Österreichs "Sportler des Jahres 2004". "Ich habe es nicht so ernst genommen und einen Warnschuss zur rechten Zeit bekommen." Rogan ortete darin einen mentalen Fehler, denn: "Geschenkt wird dir auch in Europa nichts."
(apa/red)
