Rogan über 100 m Rücken im EM-Finale:
Jukic schwimmt den Konkurrentinnen davon
- Als Gesamt-Vierter für heutigen Endlauf qualifiziert
- Mirna Jukic mit tollem OSV-Rekord über 100 m Brust

·Rogan startet bei EM mit Ganzkörper-Anzug
Neuer "Laser Racer" be- geistert die Schwimmer
Der Wiener Markus Rogan hat sein Pflichtprogramm bei den 29. Langbahn-Europameisterschaften in Eindhoven ordentlich erledigt. Im Vorlauf wie im Semifinale kam er über 100 m Rücken als Vierter weiter, erreichte in 54,69 Sekunden den Endlauf. Mit dieser Zeit unterbot er auch klar das Olympia-Limit. Mirna Jukic sorgte über 100 m Brust schon im Vorlauf in 1:08,13 Minuten für einen tollen österreichischen Rekord und nahm ihren Konkurrentinnen acht Zehntel und mehr ab.
Rogan bestritt seine beiden Läufe im neuen Ganzkörper-Anzug LZR Racer, wird in der Medaillen-Entscheidung aber darauf verzichten. "Ich vertraue mehr meiner eigenen Haut", begründete der teilweise unrasiert angetretene Rogan. "Aber der Anzug ist nicht schlecht, vielleicht trage ich ihn wieder im 200-m-Vorlauf." Vorerst will der 25-Jährige aber über die 100-m-Distanz zuschlagen: "Ich kann jeden schlagen, die Konkurrenz hier ist nicht übermächtig."
Für die Erfüllung seines Traums vom ersten internationalen 100-m-Sieg muss sich Rogan aber noch gehörig steigern. "Ich war viel zu unkonzentriert, ich muss viel mehr ins Rennen reinkommen." Den Grund dafür vermutet der Rom-Legionär darin, dass es noch nicht um die Medaillen gegangen ist. "Da ist es schwierig, sich zu motivieren. Aber eine Medaille möchte ich auf jeden Fall gewinnen."
Stoss hatte Pech mit der Hose
Pech hatte Stoss. Dem 22-Jährigen riss drei Minuten vor seinem Semifinale das Gummiband seiner Hose, in Windeseile musste er seine Bekleidung wechseln. Aufgrund dieser nicht optimalen Rennvorbereitung ist die erneute Steigerung um 1/10 auf 55,74 Sekunden beachtlich. Der Wiener wurde damit 15.. Im Vorlauf hatte er in 55,84 seine gut drei Monate alte Bestmarke um gleich 1,26 gedrückt.
Semifinal-Schnellster war wie schon im Vorlauf Aristeidis Grigoriadis, der Grieche schlug in 54,33 Sekunden an. In Rogans Lauf kamen der Spanier Aschwin Wildeboer in 54,61 und der Russe Arkadij Wjatschanin in 54,64 vor Rogan an. Die weiteren Finalisten: Nick Driebergen (NED/54,75), Gordan Kozulj (CRO/54,93), Guy Barnea (ISR/55,05) und Stanislav Donets (RUS/55,08). Überraschend als Neunter ausgeschieden ist Co-Favorit Liam Tancock (GBR/55,11).
Toller OSV-Rekord für Mirna Jukic
Die Wienerin Mirna Jukic hat über 100 m Brust schon im Vorlauf in 1:08,13 Minuten für einen tollen österreichischen Rekord gesorgt. Dabei war sie um exakt vier Zehntel schneller als am 14. August 2007 bei der Universiade in Bangkok. Dem restlichen Feld über die mittlere Bruststrecke nahm die 21-Jährige acht Zehntel und mehr ab.
Dominik Koll kam über 200 m Kraul als Zehnter ins abendliche Semifinale, verpasste in 1:49,33 Minuten das Olympia-Limit vorerst um 18/100. David Brandl, Florian Janistyn mit klarer persönlicher Bestzeit sowie Dominik Dür schieden aus.
Dinko Jukic verbessert persönliche Bestzeit
Der 19-Jährige Dinko Jukic hat als vierter österreichischer Schwimmer ein Limit für die Olympischen Spiele im August in Peking erbracht. Der Wiener verbesserte in den Vorläufen der 29. Langbahn-Europameisterschaften in Eindhoven seine persönliche Bestzeit um 1,26 Sekunden auf 2:00,08 Minuten und musste damit gesamt nur dem ungarischen Titelfavoriten Laszlo Cseh - um exakt eine Sekunde - den Vortritt lassen.
Jukic unterbot die ÖOC-Norm um 1,8 Sekunden, jene des Weltverbands FINA um 1,32 Sekunden. Auf den knapp vier Jahre alten österreichischen Rekord fehlen ihm nur noch 29/100. Diesen hatte Markus Rogan bei seinem Gold-Lauf im EM-Finale 2004 in Madrid mit 1:59,79 Minuten fixiert.
Koschischek im Semifinale
Die Wienerin Birgit Koschischek ist in der EM-Finalsession der Schwimm-Bewerbe in Eindhoven dabei. Nachdem die 20-Jährige über 100 m Kraul das direkte Weiterkommen um 2/100 verpasst hatte und die Russin Anastasia Aksenowa auf ein "swim-off" um den ersten Ersatzplatz verzichtet hatte, ließ sich die ursprünglich auf Rang 13 platziert gewesene Dänin Jeanette Ottesen von der Startliste streichen.
(apa/red)
