US-Pass-Affäre weitet sich aus: Nun fordert
Barack Obama Untersuchung des Kongresses
- 2 Mitarbeiter des Außenministeriums bereits entlassen
- Condolezza Rice mit Entschuldigung: "Es tut mir leid"
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US-Kandidaten bieten jede Menge Skandalstoff
Nach der unbefugten Einsichtnahme in Passdaten von US-Präsidentschaftsbewerbern sind Forderungen nach einer Untersuchung durch den Kongress laut geworden. "Ich erwarte eine umfassende und gründliche Ermittlung", sagte der Demokrat Barack Obama vor Journalisten in Portland, Oregon. Eine lediglich interne Prüfung der Vorgänge im Außenministerium reiche nicht aus.
"Wenn es nicht nur einen Versuch gegeben hat, persönliche Daten anzuzapfen, sondern gleich eine ganze Serie, dann ist das nicht nur ein Problem für mich, sondern auch eine Frage, wie unsere Regierung funktioniert", sagte Obama. Es wurde bekannt, dass Mitarbeiter des Außenministeriums ohne die erforderliche Berechtigung Einsicht in Passunterlagen von Obama, Hillary Clinton und John McCain nahmen.
Zwei Mitarbeiter wurden daraufhin entlassen. Das Außenministerium musste sich kritischen Fragen stellen, warum diese entlassen wurden, bevor sie von Ermittlern befragt werden konnten.
Rice erklärt: "Es tut mir leid."
US-Außenministerin Condoleezza Rice entschuldigte sich für das Fehlverhalten und telefonierte mit den drei Betroffenen. "Ich habe ihm gesagt, dass es mir leid tut und dass ich ebenfalls sehr verstört wäre, wenn ich erfahren würde, dass jemand in meine Passakten geschaut hätte", sagte Rice über ihr Gespräch mit Obama. Sie werde der Sache jetzt auf den Grund gehen. McCain erklärte in Paris, er verlange eine Untersuchung und eine Entschuldigung.
Wiederholungsfall
Die Affäre erinnert an einen Vorfall im Jahr 1992. Als damals Bill Clinton gegen George Bush, den Vater des jetzigen Präsidenten, kandidierte, wurde bekannt, dass ein republikanischer Mitarbeiter des Außenministeriums die Passakte des demokratischen Kandidaten durchsucht hatte. Der Mitarbeiter wurde daraufhin in seinem Rang zurückgestuft.
Die Passunterlagen im Außenministerium enthalten persönliche Kerndaten wie Name, Staatsbürgerschaft, Alter und Geburtsdatum. Im Computersystem des Ministeriums sind die Daten prominenter Bürger besonders gesichert. Vorgesetzte erhalten automatisch eine Benachrichtigung, wenn Mitarbeiter ohne Berechtigung versuchen, die Daten anzusehen. (APA/red)
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