Obama distanziert sich von US-Prediger: Pastor Wright kritisierte US-Außenpolitik
- Früherer Pastor Obamas verurteilt 'weiße Herrschaft'
- Obama: 'abwegig, inakzeptabel und unentschuldbar'

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Obama hat in den USA neue Hoffnungen geweckt
In einer Grundsatzrede hat sich Barack Obama von der seinem früheren Pastor Jeremiah Wright distanziert. Dieser hatte die US-Außenpolitik scharf kritisiert und auch das Verhältnis zwischen Weißen und Schwarzen in den USA an den Pranger gestellt. Obama stellte diese Aussagen als abwegig dar. Er warnte davor, die Rassenfrage in den Wahlkampf einzubringen.
Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama hat in einer Rede eine Spaltung der amerikanischen Gesellschaft in Schwarze und Weiße ausgemacht. Obama sagte in Philadelphia, das Zusammenleben der Hautfarben sei nicht perfekt. Eine Generation nach der anderen habe aber demonstriert, dass es verbessert werden könne. Er distanzierte sich erneut von seinem Geistlichen Jeremiah Wright, der den USA eine Mitschuld an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegeben hatte.
Warnung vor Missbrauch der Rassenfrage
Obama betonte, er verstehe die Emotionen auf beiden Seiten und sprach von einem Stillstand, in dem die Gesellschaft seit Jahren gefangen sei. "Aber die Wut ist real", sagte Obama. "Sie zu verurteilen, ohne ihre Wurzeln zu kennen, verstärkt nur die gewaltigen Missverständnisse zwischen den Rassen." Der Senator warnte davor, die Rassenfrage zum zentralen Wahlkampfthema in den USA zu missbrauchen. Obama forderte die Amerikaner auf, sich ungeachtet der noch immer bestehenden Spannungen zwischen Schwarzen und Weißen den wahren Problemen zu widmen. Dazu gehörten die Gesundheitsversorgung, die Wirtschaftslage und der Irakkrieg. Die "Rassenkarte" sollte im Kampf um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten keine Rolle spielen.
Distanzierung zu Wright
Obama distanzierte sich in seiner angekündigten Grundsatzrede zur Rassenfrage erneut scharf von seinem früheren Pastor Jeremiah Wright. Dieser hatte in einer Predigt vehement gegen die Herrschaft der "reichen Weißen" gewettert und "Gott verdamme Amerika" gefordert. Obama nannte die derzeit ständig im US-Fernsehen wiederholten Äußerungen Wrights "abwegig", "inakzeptabel" und "unentschuldbar". Der Geistliche habe "die Größe und das Gute der USA herabgewürdigt".
Der "Feuersturm des Protestes" wegen der Predigt belege aber auch, dass der Weg zu bürgerlicher Gleichheit und friedlichem Nebeneinander zwischen den Rassen noch lange nicht beendet sei, betonte Obama. Deshalb dürfe die Rassenfrage auch nicht ignoriert und verdrängt werden. Noch immer seien schwarze Amerikaner in vieler Hinsicht oft benachteiligt. Dagegen glaubten Weiße, keine Privilegien zu haben. "Wut und Bitterkeit der Rassentrennung bestehen noch".
Wright, Pastor einer Kirchengemeinde in Chicago, hatte am Sonntag nach dem 11. September 2001 erklärt, die USA hatten die Anschläge mitverursacht. Seine auf Video aufgezeichneten Äußerungen waren im Fernsehen und im Internet zu sehen.
(apa/red)
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