Montag, 24. März 2008

Noch Überlebende in gesunkenem Schiff?
18 Seeleute nach Zusammenprall vermisst

  • Hongkong: Taucher suchen nach den Ukrainern
  • Zusammenstoß zwischen Schlepper und Frachter

Zwei Tage nach einem Schiffsunglück vor der Küste Hongkongs haben Rettungstaucher vergeblich nach Lebenszeichen der 18 vermissten ukrainischen Seeleuten gesucht. Nach dem Zusammenstoß zwischen dem Schlepper "Naftogas 67" und dem chinesischen Frachter "Yao Hai" am Samstag hätten Taucher bei mehreren Rettungsversuchen an den Rumpf des gesunkenen Schiffes geklopft, sagte der Hongkonger Hafendirektor Roger Tupper vor Journalisten. "Aus dem Inneren kam keine Antwort." Es habe nicht genau festgestellt werden können, ob die Besatzungsmitglieder der "Naftogaz 67" möglicherweise in einer Luftblase eingeschlossen worden seien, sagte er.

An Bord des ukrainischen Schleppers waren zum Unglückszeitpunkt 24 ukrainische Besatzungsmitglieder sowie ein chinesischer Seemann. Sechs Ukrainer sowie der Chinese konnten gerettet werden. Hoffnung auf eine Rettung der Vermissten blieb kaum. Medizinern zufolge könnten sie in einer Luftblase bis zu zwölf Stunden überleben, sagte Tupper fast 48 Stunden nach dem Unglück. Schlechte Sicht in der Meerestiefe, Kälte und die Tatsache, dass sich das Schiff während des Sinkens umgedreht habe und mit dem Deck voran gesunken sei, erschwerten die Rettungsversuche, fügte der Hafendirektor hinzu.

Hoffnung bis zuletzt...
Der ukrainische Botschafter in China, Serhij Kamyschew, verfolgte die Rettungsarbeiten vor Ort. Der Chef des staatlichen Energieunternehmens Tschornomornaftegas, Anatoli Prisiaschnjuk, hatte im ukrainischen Simferopol Hoffnung für die vermissten Seeleute geäußert. Wenn sie sich im Inneren des Schiffes befänden, könnten sie möglicherweise dank Luftblasen überleben, sagte er auf einer Pressekonferenz. Prisiaschnjuk telefonierte nach eigenen Angaben mit dem geretteten Kapitän der "Naftogas 67". Dieser warf dem chinesischen Frachter demnach vor, ihm die Vorfahrt genommen zu haben. Die "Naftogas 67" fuhr laut Prisiaschnjuk seit 2002 für eine Schweizer Firma.

Juschtschenko schreitet zur Tat
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko forderte seine Regierung auf, Kontakt zu den chinesischen Einsatzkräften aufzunehmen. Die Ukraine solle jede mögliche und notwendige Hilfe leisten, sagte seine Sprecherin in Kiew. Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge wollte die Ukraine eigene Ermittler an den Unglücksort schicken. (APA/red)

24.3.2008 16:19