Optimismus trotz Ablaufen des Ultimatums:
Frist im Geisel-Drama offenbar verlängert
- Zuversicht bei Krisenstab des Außenministeriums
- Ultimatum für Salzburger Paar lief um Mitternacht ab

·Keine klare Aussage
zu den Geisel-Fotos
Untersuchung der Bilder
wurde allerdings bestätigt
·Geiseln: Nervenkrieg um Befreiung beginnt
NEWS: Gaddafi als Retter in der Not eingeschaltet
·profil: 'Befreiung nur mit Lösegeld möglich'
Tuareg-Führer vermutet Salzburger in Timbuktu
·Männer hinter der
"Al Kaida im Maghreb"
Wer sind die Entführer und ihre Mitstreiter?
·Al-Kaida-Gruppe im Islamischen Maghreb
Ableger des Terror- netzwerks in Nordafrika
·Grafik: Österreicher von Al-Kaida entführt
Reiseroute der zwei Touristen aus Hallein
·INFO: SITE-Institut gegen Terrorismus
Internetrecherche auf islamistischen Websites
·Entführungen: Eine Chronologie seit 1998
KLICKEN: Österreicher als Entführungsopfer
Die Bemühungen um die Freilassung der beiden in Nordafrika entführten Österreicher gehen weiter: Das Ultimatum der Entführer von Andrea Kloiber (43) und Wolfgang Ebner (51) ist abgelaufen, wurde aber offenbar verlängert, wenngleich der Krisenstab im Wiener Außenministerium eine klare Bestätigung dieses Faktums zu vermeiden suchte und auch keinerlei Aussagen zu Art und Ausmaß der Fristverlängerung machte.
Das Ultimatum der Entführer war verstrichen, der österreichische Krisenstab ging jedoch "davon aus, dass über den Ablauf des Ultimatums hinaus mehr Zeit für seine umfangreichen Anstrengungen besteht", wie es in einer Aussendung hieß. Außenministeriums-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal wollte nur bestätigen "dass jedenfalls mehr Zeit bleibt". Einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, der unter Berufung auf algerische Sicherheitskreise von einer Fristverlängerung um drei Tage gesprochen hatte, könne man aber nicht bestätigen.
"Der Krisenstab tagt praktisch in Permanenz", sagte Launsky-Tieffenthal, der in Aussicht stellte, "dass wir im Lauf des Tages mehr sagen können zu den Bemühungen, die seit gestern gelaufen sind." Die Kämpfe zwischen Tuareg-Rebellen und der Regierungsarmee im Norden des Landes, wo Kloiber und Ebner vermutet werden, machen den Geiselverhandlern dabei offenbar keine akuten Sorgen: "Informationen des Krisenstabs zufolge dürften sie keine unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Bemühungen haben", meinte Launsky. Nichtsdestotrotz würden die Auseinandersetzungen aber "beobachtet und immer wieder auf mögliche Auswirkungen hinterfragt".
Der österreichische Sonderbeauftragte, Ex-Botschafter Anton Prohaska, bleibt ebenfalls zuversichtlich. Man habe nach wie vor Hoffnung und vertraue auf die Behörden Malis, einen Beitrag zu den Bemühungen um eine Freilassung der Geiseln leisten zu können, sagte der Diplomat in der Hauptstadt Malis, Bamako, wie die französische Nachrichtenagentur AFP in der Nacht auf Montag meldete. Laut AFP wurde Prohaska am Samstag von Malis Präsidenten Amadou Toumani Toure empfangen. Am Donnerstag hatte der frühere Botschafter gegenüber dem ORF-Fernsehen erklärt, der Präsident Malis habe "die Angelegenheit der österreichischen Geiseln zur Chefsache gemacht".
Verwirrung um Vermittlung
Verwirrung gab es um eine angebliche Vermittlungsaktion des Sohns des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Saif al-Islam al-Gaddafi. Der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider hatte erklärt, dass Gaddafi in Kontakt mit den Entführern stehe. Die Gaddafi-Stiftung, deren Präsident Saif al-Islam al-Gaddafi ist, erklärte jedoch gegenüber dem ORF, mit den Entführern nicht in Verbindung zu stehen. Es gebe weder einen direkten noch indirekten Kontakt zu den Geiselnehmern. Haider sprach darauf von einer "persönlichen Initiative" Gaddafis, die nicht mit dem Außenministerium abgesprochen sei. (apa/red)
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