Papst Benedikt XVI. zelebriert Ostermesse:
Taufe eines früheren Muslim als Höhepunkt
- Muslimen-Vertreter zeigte sich von Taufe "verblüfft"
- Vatikan: Unsere Kirche legt Wert auf Glaubensfreiheit

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Papst Benedikt XVI. hat während einer Messe im Petersdom in der Nacht zum Ostersonntag sieben Erwachsene getauft, darunter einen ehemaligen Muslim. Getaufte Menschen seien einander nie fremd, sagte der Papst. "Kontinente, Kulturen, gesellschaftliche Strukturen oder historische Abstände können uns trennen. Aber wir treffen einander, wir kennen einander durch denselben Gott, denselben Glauben, dieselbe Hoffnung, dieselbe Liebe, die uns ausmacht", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Ein Vertreter der muslimischen Gemeinde reagierte mit Verwunderung auf die Taufe durch den Papst.
Insgesamt wurden sieben Erwachsene getauft, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Die zwei Männer und fünf Frauen stammen aus Italien, Kamerun, China, den USA und Peru. Bei dem Muslim handelt es sich um den 55-jährigen Journalisten Magdi Allam, der stellvertretender Direktor der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" ist. Er stammt aus Ägypten und ist heute italienischer Staatsbürger. Der Journalist galt vor seiner Annäherung an den Katholizismus als "gemäßigter" Muslim. Er veröffentlichte mehrere Streitschriften über den Nahen Osten und organisierte im Jahr 2006 eine Solidaritätskundgebung für Christen in arabischen und muslimischen Ländern.
Katholische Kirche findet sich tolerant
Im Verhältnis zum Islam lege die katholische Kirche großen Wert auf die Glaubensfreiheit und auf das Recht, das Bekenntnis zu wechseln, erläuterte der Vatikan. "Für die katholische Kirche hat jeder Mensch das Recht, die Taufe zu empfangen, wenn er eine tiefe innere Suche, eine völlig freie Entscheidung und die notwendige Vorbereitung hinter sich hat", erläuterte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi.
Muslimen-Vertreter zeigt sich "verblüfft"
Der Vizepräsident der muslimischen Gemeinde Italiens, Yahya Pallavicini, äußerte seinen "Respekt" für die Taufe, zeigte sich jedoch "verblüfft" angesichts der Tatsache, dass der Papst selbst sie vornahm. Pallavicini, der führend am islamisch-christlichen Dialog beteiligt ist, sagte auch, die Geste des Papstes könne Befürchtungen wecken, der Dialog gehe für die katholische Kirche mit einem Wunsch nach "Vorherrschaft" über die anderen Religionen einher.
Sorge um Papst berechtigt?
Rund dreißig Kardinale feierten die Messe gemeinsam mit Benedikt XVI., der am dritten Tag der Osterfeierlichkeiten müde wirkte. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche feiert am 16. April seinen 81. Geburtstag. Am Karfreitag hatte er auf das Abschreiten der Prozession, die an den Leidensweg Christi und seine Kreuzigung erinnert, verzichtet. In den vergangenen beiden Jahren hatte er noch alle 14 Stationen des Kreuzweges mit abgeschritten und an drei Stationen selbst das symoblische Kreuz getragen.
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi hatte mitgeteilt, da die Karwoche für das Oberhaupt der Katholischen Kirche ohnehin sehr anstrengend sei, solle er "mit seinen Kräften haushalten", indem er seine Teilnahme am Kreuzweg einschränke. Benedikt XVI. plant in diesem Jahr drei Auslandsreisen: in die USA im April, nach Australien im Juli und nach Frankreich im September. (APA/red)
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