Samstag, 22. März 2008

Dick Cheney auf Visite bei Israels Premier:
Sicherheit Israels vorrangig für die USA

  • Frieden erfordert "schmerzhafte Entscheidungen"
  • US-Vize zuvor zu Besuch bei Saudi-König Abullah

Für die USA hat die Sicherheit Israels in den Friedensverhandlungen mit den Palästinensern Vorrang. Die US-Regierung werde Israel nie zu Schritten drängen, die seine Sicherheit gefährdeten, sagte US-Vizepräsident Dick Cheney bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert. Der Friedensprozess erfordere "schmerzhafte Entscheidungen" auf beiden Seiten. Die USA seien aber "dauerhaft und unerschütterlich" in ihrem Engagement für das Existenzrecht des jüdischen Staates und seine Sicherheit.

Zuvor hat Cheney in Saudi-Arabien mit König Abdullah über die Lage auf den Energiemärkten gesprochen. Dabei sei es um die kurzfristigen, aber auch mittelfristen Folgen für die Märkte gegangen, verlautete aus Delegationskreisen Cheneys. Weitere Themen waren der Iran, der Irak und der Friedensprozess im Nahen Osten. Cheney und König Abdullah seien sich bei vielen Themen einig gewesen, hieß es.

Der König, dessen Land die Einladung von US-Präsident George W. Bush zu der Nahost-Konferenz in Annapolis im Vorjahr abgelehnt und den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad ostentativ empfangen hatte, warf den USA bei früheren Gelegenheiten vor, aus der Region ein Pulverfass gemacht zu haben, das ein einziger Funke zur Explosion bringen könnte.

Cheney sprach gut eine Stunde mit König Abdullah auf dessen Gestüt und Pferdezuchtbetrieb außerhalb von Riad. Es war nicht klar, ob Cheney den saudiarabischen König zur Erhöhung der Ölförderung aufforderte, um den Rohölpreis zu senken. Abdullah zeigte seinem Gast, dessen Ehefrau Lynne und Tochter Liz seine Stallungen, in denen rund 500 Edelpferde untergebracht sind. Der US-Vizepräsident reiste danach weiter nach Israel, wo er noch Ministerpräsident Ehud Olmert in Jerusalem treffen wollte. (apa/red)

22.3.2008 21:12