Samstag, 22. März 2008

Sohn von Gaddafi informiert Haider über Sahara-Geiseln: "Entscheidende Phase läuft"

  • LH Haider informiert Außenministerium über Gespräch
  • Österreichs Chefermittler Prohaska weiter optimistisch

Das Tauziehen um die Freilassung der in Nordafrika als Geiseln festgehaltenen Salzburger Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber ist intensiviert worden. "Die Verhandlungen sind in eine entscheidende Phase getreten", ließ der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Saif al- Islam al-Gaddafi, den Kärntner Landeshauptmann Haider telefonisch wissen.

"Saif rechnet damit, dass in den nächsten Stunden eine Entscheidung über das Schicksal der Österreicher fallen könnte", erklärte Haider. Unbestätigten Meldungen zufolge verhandelt die libysche Seite persönlich an einem unbekannten Ort in Mali mit den Kidnappern. Dies wollte Haider aber nicht bestätigen.

Gaddafi habe ihm zugesagt, ihn weiterhin unverzüglich zu informieren, falls sich in der Sache etwas Wesentliches tun sollte, sagte der Landeshauptmann. Es war dies das dritte Gespräch zwischen dem Gaddafi-Sohn und Haider innerhalb der vergangenen zehn Stunden.

Haider informiert Außenministerium
Wie Haider mitteilte, sei mittlerweile auch seitens des österreichischen Außenministeriums zu ihm Kontakt aufgenommen worden: "Man hat mich in Bezug auf die Vermittlungsbemühungen von Saif al-Islam um Informationen gebeten, die ich selbstverständlich weitergegeben habe."

Gaddafi geübt in Geisel-Verhandlungen
Gaddafi junior ist Vorsitzender der Gaddafi-Stiftung für Entwicklung (Gaddafi-Foundation for Development), die sich wiederholt erfolgreich für die Befreiung von Geiseln aus der Gewalt von Terroristen eingesetzt hat. Sie spielte etwa im Jahr 2000 bei der Freilassung entführter Urlauber auf der philippinischen Insel Jolo eine wichtige Rolle. Ein Jahr später griff sie bei der Befreiung von Mitarbeitern der christlichen Hilfsorganisation "Shelter Now" aus der Gewalt afghanischer Taliban ein. Auch bei der Freilassung von Urlaubern aus der Gewalt islamischer Extremisten in Algerien 2003 soll Gaddafi junior mitgewirkt haben.

Prohaska zuversichtlich
Unterdessen hat sich Österreichs Chefvermittler weiterhin zuversichtlich gezeigt. Er setze weiter darauf, dass die beiden Entführten unversehrt freikämen, sagte Anton Prohaska der Nachrichtenagentur Reuters in einem Telefoninterview aus Mali. Zugleich sprach er von einer "schwierigen Situation". Es sei daher im Interesse der Geiseln, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen.

(APA/red)

22.3.2008 21:29