Samstag, 22. März 2008

Kreuzweg traditionell am Römer Kolosseum:
Benedikt XVI. trug Kreuz heuer nicht selbst

  • Papst hatte es 2007 an zwei Stationen selbst getragen
  • Programmänderungen durch starken Regen und Kälte

In strömendem Regen und bei Fackelschein haben Zehntausende von Gläubigen am Kolosseum in Rom den traditionellen Kreuzweg verfolgt. Dabei vollzog Papst Benedikt XVI. gemeinsam mit den zahlreichen Pilgern bei Meditationen und Gebeten die 14 Stationen von der Verurteilung Jesu zum Kreuzestod und zur Grablegung nach.

Überraschend übernahm der Papst dabei nicht wie geplant das Kreuz an den letzten drei Stationen selbst, sondern ließ es sich erst am Ende bringen. Der starke Regen und die Kälte hätten einige Änderungen im Programm des Kreuzweges gebracht, hieß es dazu in Rom. 2007 hatte Benedikt das Kreuz an zwei Stationen getragen.

In Anlehnung an die in der Bibel überlieferten Begegebenheiten wurden an jeder Station Texte zum Leidenweg Christi gelesen, die diesmal der Kardinal von Hongkong, Joseph Zen Ze-Kiun, geschrieben hatte. In den Mittelpunkt stellte der Intimkenner der chinesischen Kirche die Märtyrer des 21. Jahrhunderts. Die Kirche durchschreite dunkle Stunden der Verfolgung, so wandte sich der Kardinal gegen religiöse Verfolgung, fehlende Religionsfreiheit und von Staaten verübte Ungerechtigkeiten. "Es sind aber die Unschuldigen, die in Kommunion mit Christus, dem Unschuldigen, für die Sünden der Welt Sühne leisten", sagte Zen Ze-Kiun, ohne die schwierige Lage der Katholiken im kommunistischen China ausdrücklich zu erwähnen.

Der Kreuzweg wurde erneut in zahlreiche Länder live im Fernsehen übertragen. Heute wollte der Papst vor Tausenden von Gläubigen die nächtliche Osterwache im Petersdom halten. Im Verlauf der Messe wird in der Vorhalle das Osterlicht als Symbol für die Auferstehung Jesu von den Toten entzündet und dann in den Petersdom gebracht. Am Sonntag gehen die Osterfeierlichkeiten mit der Ostermesse zu Ende. Dabei spricht Benedikt XVI., der im April 81 Jahre alt wird, den traditionellen Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis). (apa/red)

22.3.2008 22:29