Samstag, 22. März 2008

Journalistenmorde nehmen in Russland
kein Ende: Bereits dritte Leiche entdeckt

  • Alle drei Toten innerhalb von zwei Tagen entdeckt
  • Ein Verdächtiger von russischer Polizei verhaftet

Innerhalb von zwei Tagen sind in Russland drei Journalisten ermordet aufgefunden worden. Der Fernsehreporter Ilias Schurpajew wurde erwürgt und mit Stichwunden in seiner Wohnung in Moskau gefunden. In Dagestan wurde der Fernsehjournalist Gadschi Abaschilow mitten in der Hauptstadt Machatschkala erschossen. Und in Kirgistan wurde der vermisste Journalist Juri Alexandrow tot aufgefunden.

Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest. Oberstaatsanwalt Juri Tschaika kündigte an, er werde die Ermittlungen überwachen.

Der russische Journalistenverband rief die Behörden auf, die beiden Morde an Schurpajew und Abaschilow aufzuklären. In der Vergangenheit gelang dies allerdings bei den meisten Morden an Journalisten nicht, etwa bei der Erschießung der bekannten Journalistin Anna Politkowskaja im Herbst 2006. Politkowskaja hatte häufig über den Kaukasus berichtet.

Mit Gürtel erwürgt
Schurpajew wurde nach Polizeiangaben mit einem Gürtel erwürgt. Agenturberichten zufolge wies der Leichnam des Journalisten auch Stichwunden auf, außerdem sei zur Vertuschung der Tat Feuer gelegt worden. Der 32-Jährige arbeitete für den staatlichen Sender Kanal Eins und hatte oft aus dem Kaukasus berichtet. Ein Vertreter der Geschäftsführung von Kanal Eins bestätigte Schurpajews Tod.

Abaschilow war Chef des Fernsehsenders von Dagestan, einer lokalen Anstalt des staatlichen Senders Rossija. Dagestan liegt im russischen Teil des Kaukasus. Der 58-Jährige wurde "von Unbekannten in seinem Auto in Machatschkala erschossen", wie Innenministeriums- Sprecher Mark Tolschinksi erläuterte.

Abaschilow war den Berichten zufolge früher Vize- Informationsminister der dagestanischen Regierung. In dieser Kaukasusrepublik werden Vertreter der russischen Behörden häufig angegriffen. (apa/red)

22.3.2008 16:00