Montag, 14. April 2008

UNICEF schlägt Alarm: Über eine Milliarde Menschen ohne ausreichend sauberes Wasser

  • Eklatante Mängel Hauptursache für Kindersterblichkeit
  • 40% der Bevölkerung leidet unter sanitären Defiziten

1,1 Milliarden Menschen haben weltweit kein sauberes Wasser zur Verfügung. Mit diesen alarmierenden Zahlen machte das Kinderhilfswerk UNICEF zum Weltwassertag auf die prekäre Situation aufmerksam und fordert eine bessere Wasserversorgung sowie mehr sanitäre Anlagen für Milliarden Bedürftige. Rund 2,6 Milliarden Menschen leben ohne oder mit zu wenigen Toiletten. Das sind gut 40 Prozent der Weltbevölkerung.

Eine Verbesserung erhofft sich die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" von einer Resolution zum Recht auf Wasser, die Deutschland und Spanien im Menschenrechtsrat der UNO eingebracht haben. Auch wenn Wasser ein zunehmend knappes Gut sei, seien die meisten Probleme damit politischer Natur.

Hauptursachen für Kindersterblichkeit
Doch auch ordentliche Sanitäranlagen und Abwassersysteme seien überlebenswichtig - vor allem für Kinder. Verunreinigtes Wasser und mangelnde Hygiene zählen laut UNICEF zu den Hauptursachen für die hohe Kindersterblichkeit in vielen Entwicklungsländern. So führten Durchfallerkrankungen jährlich zum Tod von 1,8 Millionen Menschen. Bei Kindern unter fünf Jahren seien sie nach Lungenentzündungen die zweithäufigste Todesursache.

"Der globale Wasserkreislauf kennt keine Grenzen. Das Problem von Wasserversorgung und Qualität betrifft langfristig auch uns und unsere Gesundheit", warnte Reinhard Hundsmüller, Bundessekretär des Arbeitersamariterbundes (ASBÖ). Gezielte Hilfsprojekte in den "Entwicklungsländern" seien genauso notwendig wie weitere nationale Informationskampagnen zum Thema Wasser- und Umweltschutz sowie zur Reduktion des heimischen Wasserverbrauchs.

Gegen Privatisierung
Klar gegen die Privatisierung der Wasserversorger sprachen sich hingegen heimische Gewerkschafter aus. "In Europa, aber auch weltweit wird vielfach eine stärkere Liberalisierung gefordert. Diese zielt vor allem auf die Öffnung der kommunalen Wasserversorgung zugunsten privater multinationaler Anbieter ab. Auf globaler Ebene werden bereits gute Geschäfte mit dem lebensnotwendigen 'Nass' gemacht. Dabei haben die Erfahrungen gezeigt, dass die Preise bei privaten Anbietern deutlich höher und außerdem oftmals die Wasserqualität deutlich schlechter als bei öffentlichen Versorgern sind", kritisierte Christian Meidlinger, Vorsitzender der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG).

(apa/red)

14.4.2008 09:04