Montag, 24. März 2008

Tschechiens Präsident kommt nach Wien: Vaclav Klaus will Gespräche über EU führen

  • EU-Vertrag und Kosovo stehen auf der Tagesordnung
  • Klaus präsentiert sein Buch gegen die 'Klima-Hysterie'

Der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus wird heute zu einem eintägigen offiziellen Arbeitsbesuch nach Österreich kommen. Klaus führt politische Gespräche mit Bundespräsident Heinz Fischer. Mögliche Gesprächsthemen sind der EU-Reformvertrag von Lissabon, die weitere Entwicklung in der EU, ferner das Thema Kosovo sowie bilaterale Fragen, wie aus der Präsidentschaftskanzlei verlautete. Das weitere Besuchsprogramm des tschechischen Präsidenten ist vor allem kulturellen Aspekten gewidmet.

Zu Mittag wird Präsident Klaus, den seine Frau Livia nach Wien begleitet, vom Bundespräsidenten mit militärischen Ehren im Inneren Burghof empfangen. Nach den Gespräch der beiden Staatsoberhäupter findet in den Räumen der Hofburg ein Pressegespräch statt.

Am Nachmittag besuchen die beiden Präsidentenpaare die Ausstellung "Tutanchamun und die Welt der Pharaonen" im Museum für Völkerkunde. Im Rahmen der "Alpbach Talks" wird der tschechische Präsident am Abend in der Albertina über sein Buch "Blauer Planet in grünen Fesseln. Was ist bedroht: Klima oder Freiheit?" referieren, das im vergangenen Jahr erschienen ist. Daran schließt sich eine Diskussion.

Buch gegen 'Klima-Hysterie'
Mitte Dezember hatte sich Klaus privat in Wien aufgehalten, um sein Buch zu präsentieren, das sich gegen die nach seiner Meinung herrschende "Klima-Hysterie" wendet. Damals hatte Fischer seinen Amtskollegen zu einem Höflichkeitsbesuch empfangen.

Klaus gilt als großer Skeptiker der Europäischen Union. In Sachen Temelin und Atomenergie vertritt er Ansichten, die ebenfalls nicht der österreichischen Position entsprechen. Zu dem umstrittenen grenznahen Atomkraftwerk Temelin sagte er, eine Entwicklung der Tschechischen Republik ohne Nuklearenergie könne er sich "nicht vorstellen". In seinem Buch vertritt er die Einschätzung, die Bedrohung des Klimawandels sei in Wirklichkeit gar nicht so groß. Klaus verficht darin die umstrittene These, dass die "Ideologie der globalen Erderwärmung" und die "allgemeine Klimakatastrophen-Hysterie" eine Gefahr für die Freiheit darstellen.

(apa/red)

24.3.2008 17:35