Donnerstag, 20. März 2008

Haider und kein Ende: Landeshauptmann will 2009 neuerlich in Kärnten kandidieren

  • "Wenn es Gesundheit zulässt" und Familie ihr OK gibt
  • Rundumschlag gegen Bundespräsident und Koalition

Der Kärntner Landeshauptmann Haider hat offiziell angekündigt, im kommenden Jahr bei der Landtagswahl wieder kandidieren zu wollen. "Wenn es die Gesundheit zulässt, meine Familie einverstanden ist und die Sympathien der Kärntner Bevölkerung signalisieren, dass sie mich nach zehn Jahren noch einmal haben will, trete ich wieder an", sagte er im Interview mit der APA.

Der Bundespräsident sollte "gemäß Verfassung und nicht laut SPÖ- Statut handeln". Es genüge nicht, "sich als Gastwirt in der Hofburg zu betätigen, den Streitparteien ein Abendessen servieren zu lassen und auf sie wie auf psychisch Gestörte einzureden." Haider: "Wenn Fischer keine Minderheitsregierung will, soll er ein Beamtenkabinett installieren. Das wäre die billigste Variante."

Regierung kein soziales Gewissen
Im Zusammenhang mit der Teuerungswelle griff Haider sowohl die SPÖ- ÖVP-Koalition als auch den Bundespräsidenten an: "Die Regierung hat kein soziales Gesicht mehr." Während SPÖ-Chef Gusenbauer in der Vergangenheit "soziale Wärme" propagiert habe, setze er jetzt "die Politik der sozialen Kälte der Regierung Schüssel" fort. An die Adresse Fischers meinte Haider: "Der Herr Bundespräsident kommentiert die Dancing Stars im ORF, aber die Not der Österreicher wegen der Teuerung hat ihn bisher wenig interessiert."

"Ich möchte Kärnten ein Schicksal wie in der Bundespolitik ersparen", sagte Haider zu seiner Wiederkandidatur im Frühjahr 2009. Konkret forderte der Landeshauptmann die Regierung auf, die angeblich geplante Erhöhung der Mineralölsteuer auszusetzen, bei Lebensmitteln die Mehrwertsteuer zu senken und als Sofortmaßnahme gegen das immer kostspieligere Leben das Kärntner Modell des Teuerungsausgleiches in Form einer Einmalzahlung zu übernehmen. Weiters sollte der Bund, ebenfalls nach Kärntner Vorbild, alle Betriebstankstellen für die Bevölkerung öffnen.

(apa/red)

20.3.2008 12:05