Fall Hirtzberger: Staatsanwaltschaft Krems erwartet diese Woche weiteres Gutachten
- Soll klären, wie der 55-Jährige das Strychnin aufnahm
- Hirtzberger öffnet Augen, kann noch nicht sprechen

·Fall Hirtzberger: "Ich war es wirklich nicht!"
Verdächtiger streitet jede
Beteiligung an Tat ab
·Der Mordversuch am Spitzer Bürgermeister
INFOBOX: Alle Details zur Chronologie des Falls
·DNA-Spuren könnten als Beweis reichen
Auch wenn der Täter im Fall Hirtzberger leugnet
·"Pralinenfall": Vize wurde nicht vergiftet
Wurde letzten Juli krank aus unerklärlichem Grund
Im Fall des vergifteten Spitzer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger erwartet die Staatsanwaltschaft Krems für diese Woche ein weiteres Gutachten. Darin soll Auskunft darüber gegeben werden, wie der 55-Jährige das Strychnin aufgenommen habe, so Staatsanwalt Friedrich Kutschera.
Kutschera wies gegenübr der APA überdies daraufhin, dass ein Zeuge gemeint habe, Hirtzberger habe ihm am 9. Februar gesagt, er habe ein vergiftetes "Mon Cheri" gegessen. Wenig später sei der Spitzer Bürgermeister zusammengebrochen. Aus einem mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Krems eingelangten Gutachten sei hervorgegangen, dass Strychnin im Magen des Opfers gewesen sei, bestätigte Kutschera einen Bericht des ORF NÖ.
Der Spitzer Bürgermeister hatte den Ermittlungen zufolge am 8. Februar eine Grußkarte samt Praline auf seinem Wagen vorgefunden. Nach deren Genuss brach er am folgenden Tag auf der Fahrt nach Krems im Wagen zusammen und wurde in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus der Bezirksstadt eingeliefert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt.
Verdächtiger in U-Haft
Aufgrund der eindeutigen Übereinstimmung der DNA-Spur auf der Karte wurde ein Verdächtiger am 27. Februar in Untersuchungshaft genommen. Um weitere Hinweise zu bekommen, gaben Kriminalisten und Staatsanwaltschaft zu Fahndungszecken seine Identität bekannt. Bei einer Haftprüfung wurde die Untersuchungshaft wegen dringenden Tatverdachts bis 13. April verlängert.
Eine Verlegung des vergifteten Spitzer Bürgermeisters Hannes Hirtzberger zur neurologischen Rehabilitation ins Spital nach St. Pölten sei noch in dieser Woche "realistisch". Dies verlautete aus dem Krankenhaus Krems, wo sich das Opfer seit 9. Februar befindet. Hirtzberger öffne zwar mittlerweile die Augen, könne zumindest vorerst aber nicht sprechen, hieß es.
Opfer öffnet zeitweise Augen
Medienberichte, wonach Hirtzberger "aus dem Koma erwacht" sei, wären "unglücklich ausgedrückt", so eine Sprecherin des Krankenhauses Krems. Denn die Aufwachphase aus dem Tiefschlaf sei ein Prozess, der bereits vor etwa zwei Wochen eingeleitet worden war. In diesem Zeitraum habe das Opfer ab und zu für Augenblicke bereits die Augen geöffnet. Die Atmung des vergifteten Bürgermeisters sei derzeit selbstständig, zielgerichtete Aktivitäten jedoch nicht möglich.
Hinsichtlich möglicher Folgeschäden waren noch keine Prognosen möglich. Seitens des Krankenhauses Krems wurde um Verständnis ersucht, dass "nach Rücksprache mit den Angehörigen keine weiteren Informationen zum Gesundheitszustand des Patienten gegeben werden können". (apa/red)
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