Wiens Kurzparkzonen schaden Wirtschaft:
Wirtschaftskammer tritt für Rücknahme ein
- 46% der Unternehmer sehen negative Auswirkungen
- Wirtschaftskammer gegen Verlängerung bis 22 Uhr
Die Wirtschaftskammer tritt weiter für die Rücknahme der Wiener Parkzonen-Ausweitung ein. Ein halbes Jahr nach deren Einführung sieht WKW-Präsidentin Brigitte Jank sich durch eine aktuelle Umfrage in ihrer Haltung bestätigt. Demnach sehen 46 Prozent der Unternehmer negative Auswirkungen auf ihren Betrieb durch die Verlängerung der Regelung auf 22.00 Uhr, so Jank vor Journalisten.
So beklagen die Unternehmer Rückgänge bei der Kundenfrequenzen. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das Institut Karmasin im Auftrag der Kammer unter 300 Gastronomie- und Unterhaltungsbetrieben sowie 300 Kunden durchgeführt hat. Gegenstand war die einheitliche Gestaltung der Parkpickerlzone mit 1. September in den Bezirken 1 bis 9 und 20 von 9.00 bis 22.00 Uhr, anstelle 19.00 bzw. 20.00 Uhr als Endzeitpunkt.
Auch die befragten Kunden, die zumindest hin und wieder mit einem Auto abends in den Innenbezirken unterwegs gewesen sein mussten, um an der Befragung teilzunehmen, beurteilen die Maßnahme mit einer Mehrheit von 70 Prozent negativ. Allerdings hat sich bei 64 Prozent die Häufigkeit, mit der sie mit dem Auto in den Innenbezirken unterwegs sind, nicht geändert. 24 Prozent nutzen verstärkt andere Verkehrsträger, während zwölf Prozent angeben, nun eher auf andere Bezirke auszuweichen.
Auf Zustimmung trifft dagegen die einheitliche Festsetzung der Höchstparkdauer auf zwei Stunden. 60 Prozent der Unternehmer und 55 Prozent der Kunden können dieser Maßnahme Positives abgewinnen. Allerdings umgehen 17 Prozent der Befragten die Regelung durch neue Parkscheine oder mittels SMS-Parken, ohne den Wagen umzustellen - oder sie füllen gleich überhaupt keine Parkscheine aus.
Die Wirtschaftskammer werde noch die Evaluierung der Stadt bezüglich der Ausweitung des Parkplatzangebotes für die Anrainer durch die Neuregelung abwarten, die in den nächsten Wochen vorliegen sollte, so Jank. Sie selbst erwarte hier keine Verbesserung. Dann werde die WKW erneut in Verhandlungen mit der Stadt treten: "Für mich ist das letzte Wort über die Abendausdehnung der Parkraumbewirtschaftung noch nicht gesprochen."
(apa/red)
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