Mittwoch, 12. März 2008

Müllkrise: Neapel versucht mit Spottpreisen
die Touristen wieder in die Stadt zu locken

  • Riesige Imagekampagne gegen Touristenschwund
  • Das Müllproblem ist frühestens im Mai unter Kontrolle

Die Müllberge türmen sich in riesigen Häufen entlang der Straße und machen den Weg vom Flughafen in die Innenstadt zum Spießrutenlauf. Viele ausländische Gäste verzichten deshalb lieber ganz auf einen Besuch der "Müllstadt". Jetzt versucht die Stadt am Vesus mit billigen Hotels und viel Werbung wenigstens den Oster-Tourismus noch zu retten.

Tourismusverband bietet von Ostern bis Juli hohe Rabatte für jene Urlauber, die mindestens zwei Nächte in der Stadt verbringen. Die Vergünstigungen betreffen Hotels, den Eintritt in Museen und die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel.

Mit einer massiven Werbekampagne im Internet und in Fachzeitschriften hofft Neapel, dem drastischen Touristenschwund entgegen zu wirken. Eine Million Euro wurden in die Aktion investiert, 300.000 Euro sollen ausschließlich für Werbung ausgegeben werden.

"Wir müssen uns aufraffen und die Krise bewältigen. Neapel hat Touristen viel zu bieten. Leider hat das internationale Aufsehen wegen der Müllkrise katastrophale Auswirkungen auf den lokalen Fremdenverkehr gehabt", sagte der zuständige Abgeordnete im Regionalparlament, Claudio Velardi.

Für Aufsehen hatte vergangene Woche das Luxusrestaurant "Caruso" gesorgt, das wegen akuten Gästemangels schließen musste. "Wir müssen zusperren, um die Verluste einzudämmen", sagte Sergio Maione, Besitzer des Hotels "Vesuvio", in dem sich der Gourmettempel befindet. "Der Tourismus in Neapel ist am Ende."

Ein Ende der Müllkrise ist nach Angaben des noch amtierenden Ministerpräsidenten Romano Prodi erst im Mai in Sicht. Täglich werden in Kampanien 7.000 Tonnen Müll entsorgt, auf den Straßen der Region liegen jedoch immer noch 250.000 Tonnen Unrat. Die Bevölkerung wehrt sich gegen Pläne der Regierung, alte Deponien wieder zu öffnen, da sie Gesundheitsschäden befürchten.

12.3.2008 11:24