Sensations-Umfrage: Pröll als Kanzler
- 66 Prozent würden Erwin Pröll wählen!

Von der Kanzlerschaft bis zur ÖVP-Spitze reichen die Wünsche.
Keine 12 Stunden nach seinem Wahltriumph war für LH Erwin Pröll wieder business as usual angesagt. Im St. Pöltner Landhausschiff Termine im Halbstundentakt, dienstags schon die nächste Regierungssitzung. Pröll: Ich empfinde große Demut und Dankbarkeit. Und auch Freude, aber keine überschäumende, sondern mit beiden Beinen am Boden bleibend. Erfolge können so verführerisch sein, dass man glaubt, plötzlich der Nabel der Welt zu sein. Ich glaube das nicht. Klar, dass das alles befriedigend ist, ich allerdings bin nicht selbstzufrieden.
Der Nabel für Österreich. Wenn Pröll für sich selbst weiß, nicht der Nabel der Welt zu sein für die Österreicher scheint er das politisch durchaus zu sein. Die Ergebnisse der aktuellen, repräsentativen österreichweiten NEWS-market-Umfrage (Sample 500) sind durchaus sensationell: Zwei von drei Österreichern würden Erwin Pröll direkt zum Bundeskanzler küren, könnten sie zwischen ihm und Alfred Gusenbauer wählen. Mehr noch: Jeder vierte SPÖ-Sympathisant würde für Pröll votieren, Grüne zu zwei Dritteln und FP-Anhänger zu drei Vierteln. Nebst den 93 Prozent Pröll-Fans bei den deklarierten ÖVP-Anhängern. Pröll, der erst Montagabend erneut die kritische Lage der Republik betonte, über Gusenbauer: Gerade in den letzten Stunden merke ich, dass Kanzler Gusenbauer in seiner Partei mehr und mehr unter Druck kommt und in die Defensive gerät. In der Öffentlichkeit ist er das schon, und jetzt auch noch in der eigenen Partei. In so einer Situation kann es leicht passieren, dass jemand unkalkulierbar wird.
Prölls klares Nein. Dass ihn die Österreicher als Lieblingskanzler sehen ehrt mich ungeheuer, sagt Pröll. Aber er macht im NEWS-Gespräch einmal mehr unmissverständlich klar: Nichts, aber schon gar nichts könne ihn aus Niederösterreich in die Bundespolitik locken, nach dem Wahltriumph umso weniger. Sich beinahe entschuldigend, sagt Pröll: Ich bitte um Verständnis dafür. Und hoffe, dass ich da niemand vor den Kopf stoße. Wiener Boden, den also betritt Pröll nur als Landeshauptmann. Das gilt auch für die Bundes-ÖVP. Obwohl ihn 61 Prozent der Österreicher für den deutlich besseren schwarzen Spitzenkandidaten als Wilhelm Molterer (20 Prozent) halten.
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