Ergiebige Grabungen vor Alter Residenz: Archäologische Entdeckungen in Salzburg
- Reste eines alten Friedhofs reichten bis zur Residenz
- Fundamente der Johannes Kapelle wurden freigelegt

Bevor der Residenzplatz in Salzburg nächstes Jahr sein neues Gesicht erhält, wird noch heftig gegraben. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern beim Eingang zur Alten Residenz hat das Team um Peter Höglinger bereits ein Dutzend Skelette entdeckt. Der Friedhof, der sich hier zirka von anno 1200 bis 1600 befunden hatte, reichte offenbar bis an die Fassade des Gebäudes heran, so die Stadt.
Freigelegt wurden auch markante Teile der Fundamente der sogenannten Johannes Kapelle. Der um 1110/1120 entstandene, einst zweistöckige Kirchenbau war die Hofkapelle des Fürsterzbischofs Konrad von Abensberg, der Salzburg von 1106 bis 1147 regierte. Weiters stießen die Archäologen auf Reste des spätromanischen Doms. Und sie fanden heraus, dass vielfach alte Marmorplatten und Steinquader als Baumaterial wiederverwertet wurden.
Rätsel gibt den Archäologen derzeit ein großer Schacht unmittelbar vor den Dombögen auf: "Wir wissen noch nicht genau, um was es sich handelt. Wahrscheinlich ist es eine Zisterne, in der Dachwässer der Kapelle gesammelt wurden. Wir müssen aber noch tiefer graben, um das bestätigen zu können", stellte dazu Höglinger fest. Gefunden wurde auch ein gut erhaltenes romanisches Fundstück - eine mindestens 800 Jahre alte, etwa 25 Zentimeter große Marmor-Bauplastik dürfte Zierelement einer Säule der Johannes Kapelle gewesen sein. Neben den Jahrhunderte alten Relikten stießen die Forscher ferner auf zahllose moderne Leitungseinbauten. Aber auch auf noch voll funktionsfähige Wasserleitungen aus den Jahren 1875 und 1906.
(apa/red)
