Freitag, 14. März 2008

Glänzende Gewinne mit den Edelmetallen:
Gold, Platin und Silber gewinnen an Wert

  • FORMAT: So nutzen Anleger den positiven Trend
  • Worauf Sie bei Münzen und Barren achten müssen

In den südafrikanischen Minen werden rund 78 Prozent der jährlichen Platinproduktion gefördert. Doch bereits im Vorjahr war der weltweite Hunger nach dem Edelmetall nicht zu stillen. Das globale Angebotsdefizit belief sich auf 280.000 Unzen. Noch dazu steigt die Verknappung laut der südafrikanischen Standard Bank Group weiter. Rohstoffexperten der Bank schätzen den Nachfrageüberhang von Platin im laufenden Jahr bereits auf 400.000 Unzen - eine Prognose, die den Rohstoff seit Jahresbeginn um 32 Prozent verteuerte.

Im Wertgewinn seit Jahresanfang spielt Silber in der gleichen Liga. Auch hier können sich Anleger über einen Preisanstieg von 32 Prozent freuen. Kürzlich wurde sogar die Marke von 20 US-Dollar überschritten, was zuletzt im Jahr 1980 der Fall war. Ebenfalls im Höhenflug befindet sich der Goldpreis, der seit Anfang Jänner um 16 Prozent anzog.

Viele Faktoren sprechen für einen weiteren Preisauftrieb der Edelmetalle: Der Ölpreis ist hoch, der Dollar zeigt nach wie vor Schwächen, und die Angst vor weiter steigenden Inflationsraten ist groß. Hinzu kommen die Rezessionsangst in den Vereinigten Staaten, gepaart mit sinkenden Ausgaben privater Haushalte, und die von der US-Kreditkrise ausgelösten Börsenturbulenzen. Noch dazu bewegt sich die Realverzinsung nur knapp über der Nulllinie.

Stagnation bei Produktion
Auch die Relation von Angebot und Nachfrage lässt steigende Preise erwarten. Die Förderung von Gold, Platin und Silber stagniert seit Jahren. Das wird sich etwa bei Platin auch nicht so rasch ändern. Alfred Grusch, Fondsmanager des Pioneer Invest Gold Stock: "Neben den Energieproblemen machen veraltete Anlagen und der hohe Chromanteil der jetzt abgebauten Vorkommen Probleme. Das ruiniert die Maschinen."

Bei Gold wiederum hat sich bereits seit Jahren auf der Nachfrageseite eine Trendwende vollzogen. Während 2002 die Schmuckindustrie noch 80 Prozent des Goldes aufkaufte, hat sich deren Anteil im Vorjahr bereits auf 65 Prozent verringert. Im Gegenzug stiegen direkte Gold-Investments von fünf auf 20 Prozent. Diese Entwicklung wird von Großanlegern geschürt: Sie investieren verstärkt in börsengehandelte Fonds, die um das Geld Barren kaufen und einlagern.

"Silbermünzen sind tot"
Wer lieber auf Handfestes setzt, kann sich Edelmetall in Münzen- oder Barrenform in den Tresor legen. Dabei ist jedoch auf die Spesen zu achten. Roland Öhler, Münzexperte der Sparkasse Oberösterreich: "Bei Münzen oder Barren soll man nur ab einer Unze aufwärts zugreifen. Denn je größer das Gewicht, desto niedriger ist der anteilige Aufpreis." Dieser beträgt etwa bei der Philharmoniker-Goldmünze, die eine Unze wiegt, vier Prozent. Weiteres Plus: Da das gelbe Metall als Zahlungsmittel gilt, entfällt im Gegensatz zu Platin oder Silber die Mehrwertsteuer. Bei Silbermünzen ist hingegen Zurückhaltung geboten. Pioneer-Invest-Manager Grusch: "Silbermünzen sind tot. Bei Silberbarren lohnt sich der Einstieg erst ab einer Größe von 250 Gramm."

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14.3.2008 15:19