Freitag, 14. März 2008

Sonderangebote an der Wiener Börse:
Kurseinbrüche führen zu "Schnäppchen"

  • FORMAT: Der Trend wird laut Experten fortgesetzt
  • Praktisch: Kernaktionärsfreundliches Übernahmerecht

Investoren macht ein Blick auf den Kurszettel der Wiener Börse Appetit. Viele Aktien sind nach den Kurseinbrüchen der letzten Monate zum Schnäppchenpreis zu haben. So nützte Anwalt Rudolf Fries die Schwäche der Immofinanz-Aktie aus und erwarb gleich einmal knapp neun Prozent des Unternehmens. Der Saudi-Scheich Al Jaber schnappte sich 20 Prozent der AUA. Auch KTM-Haupteigentümer Stefan Pierer hat kürzlich wieder zugeschlagen: Über seine Beteiligungsfirma UIAG legte er ein Übernahmeangebot für das Softwarehaus Brain Force, dessen Aktie im Vergleich zu ihrem Höchststand nur noch die Hälfte wert ist.

Finanzexperten sind sich großteils einig, dass es in dieser Tonart weitergehen wird. Einer, der gerade einen rund 100 Millionen Euro schweren Deal vorbereitet, ist der Kärntner Investor Wolfgang Auer von Welsbach (AvW). Den Namen des Ziels will er nicht verraten, meint aber: "Wir werden heuer in Wien verstärkt Übernahmen sehen. Einige Werte sind so günstig geworden, dass man die Zeit nützen sollte, seine Position zu festigen." Genau das hat AvW beim Feuerfestkonzern RHI vor, wo er rund sechs Prozent besitzt und weiter aufstocken möchte: Auch nach dem Erwerb von knapp 30 Prozent durch den Milliardär Martin Schlaff ist bei der RHI das Thema Übernahme laut AvW nicht vom Tisch: "Wäre ich Schlaff, würde ich jetzt ein Angebot an die anderen Aktionäre legen." Das könnte bald folgen: entweder von Schlaff oder, wie manche glauben, von einem russischen Oligarchen.

Übernahmerecht unterstützt Trend
Für vermehrte Deals in Wien spricht auch das seit zwei Jahren geltende kernaktionärsfreundliche Übernahmerecht. Es erlaubt eine Beteiligung an einem börsennotierten Unternehmen bis zu einer Schwelle von 30 Prozent, ohne dass der Investor ein Pflichtangebot an alle übrigen Aktionäre legen muss - was zum Beispiel Martin Schlaff bei der RHI bislang ausgenutzt hat.

Eine leichte Beute könnte die finanziell angeschlagene Billig-Airline SkyEurope sein. Das Unternehmen braucht und sucht einen Partner. Jeder, der bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen, wird dem Hauptaktionär York vermutlich willkommen sein. Fraglich ist aber, ob mit SkyEurope Geld zu verdienen ist.

Mehr dazu lesen Sie im aktuellen FORMAT 11/08!

14.3.2008 13:22