Donnerstag, 13. März 2008

Kein Geld, krank & schlechte Wohnsituation: 500.000 Österreicher leben bereits in Armut

  • Rund 258.000 Kinder & Jugendliche davon betroffen
  • Mit jedem Kind steigt Wahrscheinlichkeit der Armut

Rund 459.000 Österreicher - etwa 5,6 Prozent der Bevölkerung - leben in manifester Armut. Wie aktuelle Zahlen der Statistik Austria zeigen, sind etwa eine Million Menschen armutsgefährdet, berichtete die Caritas. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 893 Euro netto Monat (10.711 Euro im Jahr) zur Verfügung hat. Kommen weitere Faktoren wie Krankheiten oder eine schlechte Wohnsituation hinzu, gelten die Betroffenen als "manifest arm".

Rund 258.000 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren sind gefährdet. Das Armutsrisiko liegt bei Buben bei 14 Prozent und bei Mädchen bei 15 Prozent. Weiters befinden sich 16 Prozent aller Familien mit mindestens drei Kindern in einer nahezu permanenten finanziellen Notlage. Mit jedem Kind steigt die Wahrscheinlichkeit, in die Armut abzugleiten: bei Haushalten mit einem Kind sind es acht Prozent, bei zwei Kindern elf Prozent.

Bei den Pflichtschulabsolventen sind 22 Prozent (406.000 Personen) armutsgefährdet, im Bereich Lehre oder mittlerer Schule acht Prozent (264.000 Personen) und bei Maturanten zehn Prozent (115.000 Personen). Langzeitarbeitslose, die sechs oder mehr Monate keine Arbeit finden, sind mit 40 Prozent betroffen; Menschen, die zwölf oder mehr Monate nicht arbeiten, zu 52 Prozent. Zu den am meisten gefährdeten Gruppen zählen auch Alleinerzieher mit 27 Prozent und Migranten mit 24 Prozent. Männer sind generell zu elf Prozent und Frauen zu 14 Prozent betroffen. (apa/red)

13.3.2008 14:06