Mittwoch, 12. März 2008

Staat kassiert bei Singles am meisten ab: Sind in nur vier Ländern noch "ärmer" dran

  • Steuer-Belastungen für Familien deutlich geringer
  • Österreich bei Arbeitskosten insgesamt an 3. Stelle

Laut der OECD-Studie "Taxing Wages" liegt Österreich bei den Lohnsteuern und Sozialabgaben im Spitzenfeld. Als Beispiel nennt die Organisation einen durchschnittlich verdienenden Single ohne Kinder, bei dem Steuern und Sozialabgaben in Österreich 48,5 Prozent des Einkommens ausmachen. Höher ist dieser Wert nur in Belgien, Ungarn, Deutschland und Frankreich.

Angegeben wird die Steuerlast in Prozent der gesamten Arbeitskosten. Für einen österreichischen Single mit dem Jahresbruttoeinkommen eines durchschnittlichen Industriearbeiters von 36.644 Euro bedeutet das folgendes: Von 100 Euro, die er seinem Arbeitgeber kostet, bleiben ihm netto 62,3 Euro übrig. Der Rest fließt in Steuern und Sozialabgaben, finanziert also etwa auch seine Pensions-, Kranken- und Arbeitslosenversicherung.

Österreich bei Arbeitskosten an dritter Stelle
Bei den gesamten Arbeitskosten liegt Österreich damit übrigens bei umgerechnet 56.630 Dollar und an dritter Stelle hinter Deutschland und Belgien. Am geringsten sind die Kosten für einen durchschnittlichen Industriearbeiter in Mexiko (11.766 Dollar). Deutlich niedriger als in Österreich sind sie auch in den Nachbarländern Tschechien (23.604 Dollar), Ungarn (21.552 Dollar) und Slowakei (18.215 Dollar).

Belastungen für Familien geringer
Deutlich geringer als für Singles ist die Belastung mit Steuern und Sozialabgaben übrigens für Familien. Grund: Die OECD zieht soziale Transferleistungen wie Familienbeihilfe und Kindergeld von der Steuerlast ab. Damit kommt eine Alleinerzieherin mit 36.644 Euro Jahresbrutto und zwei Kindern auf eine Steuerlast von 28,1 Prozent, ein verheiratetes Paar mit zwei Kindern auf 38,4 Prozent. Allerdings ist bei den Familien der Anstieg der Belastung seit 2000 deutlich höher ausgefallen als bei gut verdienenden Singles.

(apa/red)

12.3.2008 22:41