Montag, 10. März 2008

Grünes Licht für arabisches Geld bei AUA: Investor Al Jaber bekommt 1/5 der Anteile

  • Durch Neueinstieg erhält Airline rund 150 Mio. Euro
  • ÖIAG will noch keine genauen Details bekannt geben

Der Aufsichtsrat der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG hat "grundsätzlich" grünes Licht für den Einstieg des arabischen Investors Mohamed Bin Issa Al Jaber bei der börsenotierten Luftfahrtgruppe Austrian Airlines (AUA) gegeben. Demnächst soll der AUA-Aufsichtsrat damit befasst werden, davor will die ÖIAG keine Einzelheiten nennen. Eine endgültige Entscheidung können erst die Aktionäre bei der nächsten Hauptversammlung am 7. Mai fassen.

Der Einstieg des saudi-arabischen Geschäftsmannes Al Jaber bei der AUA über eine Kapitalerhöhung zum Preis von 7,10 Euro bedeutet für die heimische Airline rund 150 Mio. Euro an "frischem Geld", der Unternehmer mit österreichischem Pass hält damit künftig rund 20 Prozent an der AUA.

"Österreich-Syndikat"
Al Jaber verpflichtet sich dem Vernehmen nach, etwa die Hälfte seines Anteils in das sogenannte "Österreich-Syndikat" einzubringen, das eine österreichische Mehrheit an der AUA sicherstellt. Diesem Syndikat gehören die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG - mit derzeit 42,75 Prozent der größte AUA-Eigentümer - und eine Gruppe von Banken und Versicherungen - konkret die Raiffeisen-Tochter RIAG, die Wiener Städtische Versicherung und die Luftverkehrs-Beteiligungsgesellschaft (LVBG), die in Besitz von Privatstiftungen steht, in Branchenkreisen aber indirekt der Bank Austria zugerechnet wird.

Dem Vernehmen nach könnten sich die Bankenmitglieder aus dem Konsortium zurückziehen, die Wiener Städtische könnte ihren Anteil sogar ausweiten, berichtet die "Presse". Unter der Annahme des Status Quo würde sich der Anteil der übrigen Eigentümer verringern - in einer von der AUA durchgeführten Modellrechnung sähe die neue Aktionärsstruktur dann folgendermaßen aus:


ÖIAG 38 Prozent
Streubesitz 34 Prozent
Al Jaber 20 Prozent
Finanz-konsortium* 6 Prozent
AUA 2 Prozent

* bestehend aus Raiffeisen, Wiener Städtische und LVBG


Für die Gültigkeit der bestehenden Start- und Landerechte in anderen Ländern muss eine unstrittige österreichische Mehrheit - mindestens 50 Prozent plus eine Aktie - sichergestellt sein. Dass Al Jaber österreichischer Staatsbürger ist, reicht dafür alleine dafür noch nicht aus. Vielmehr muss er einen Teil seines künftigen AUA-Anteils vertraglich in das bestehende "Österreich-Syndikat" einbringen, das damit auch künftig die "effektive Kontrolle" über die AUA nachweisen kann.

(apa/red)

10.3.2008 16:12