Montag, 10. März 2008

Ifes-Studie: Handlungsbedarf - zu wenig Pausen für Österreichs Arbeitnehmer!

  • Ruhepausen nur bei 52 Prozent der Unternehmen
  • Starker Arbeitsdruck macht Pausen immer wichtiger

In Österreichs Unternehmen werden zu wenig Pausen gemacht. Vor allem in Kleinbetrieben sagt knapp die Hälfte der Beschäftigten, dass in ihrem Unternehmen keine Ruhepausen vorgesehen sind. Mit einer Aktionswoche will die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) auf die Bedeutung von Arbeitspausen, vor allem bei Bildschirmarbeit hinweisen.

Regelmäßige Arbeitspausen stellen eine klassische Win-Win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dar, so der Vorsitzende der GPA-DJP, Wolfgang Katzian, bei einem Pressegespräch. Ruhepausen wirken sich positiv auf die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten aus, gleichzeitig steigere eine Pause Leistungsfähigkeit und Kreativität. Die Motivation der Beschäftigten nimmt zu und die Fehlerhäufigkeit sinkt. Vor allem der immer stärker werdende Arbeitsdruck in den Unternehmen macht Pausen immer wichtiger.

Eine aktuelle Ifes-Befragung bei österreichischen Angestellten zeigt, dass Handlungsbedarf bestehe, weil nicht überall Ruhepausen vorgesehen sind. So gaben 15 Prozent der Befragten an, dass ihr Betrieb keine Pausen vorgesehen hätte. In Kleinbetrieben mit bis zu 4 Beschäftigten steigt dieser Anteil sogar auf knapp die Hälfte oder 48 Prozent an.

8 von 10 Beschäftigten nehmen dort, wo eine Ruhepause vorgesehen ist, diese auch regelmäßig wahr. 20 Prozent machen das nur fallweise oder gar nicht. Drei Viertel der Angestellten finden in ihren Unternehmen Pausenräume vor. Während es in größeren Betrieben ab 100 Mitarbeiter zu 90 Prozent Pausenräume gibt, sinkt dieser Anteil in Klein-unternehmen auf nur 21 Prozent.

Und wie wird mit den Arbeitspausen in den Unternehmen tatsächlich umgegangen? Laut Ifes-Studie ist es nur in der Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) üblich, dass die täglichen Ruhepausen eingehalten werden. In 36 Prozent der Unternehmen werden kürzere Rauch- und Kaffeepausen zwischendurch toleriert. Grundsätzlich werden Arbeitspausen eher "schlampig" wahrgenommen, so die Gewerkschaft. Es herrsche die Einstellung, erst müsse die Arbeit gemacht werden, dann könne man über Pausen nachdenken.

(apa/red)

10.3.2008 15:56