Montag, 10. März 2008

Bullentanz bringt Wacker an den Abgrund:
Salzburger Sieg erhöht die Abstiegsgefahr

  • Erst zweiter Sieg für die Bullen im 14. Auswärtsspiel
  • Wacker empfängt nun direkte Abstiegs-Konkurrenten

Des einen Freud, des anderen Leid. Während die Salzburger Bullen nach dem 2:1-Sieg in Innsbruck mit stolz gereckten Hörnern den "Krautacker" am Tivoli verlassen hatten, schlichen die Wacker-Kicker mit gesenkten Köpfen aus ihrer Heimarena. Der Auswärtssieg festigte die Tabellenspitze der Salzburger und brachte Innsbruck wieder in reelle Abstiegsängste. Das Spiel hatte zwar fast nur Grautöne, das Ergebnis brachte aber Weiß und Schwarz.

WEISS:
Salzburgs Co-Trainer Michael Streiter, einst als Spieler und Trainer eine Ikone in Innsbruck, jubelte nach dem erst zweiten vollen Erfolg in der 14. Auswärtspartie: "Das war ein ganz wichtiger Schritt für die Mannschaft. Dieser Erfolg sollte eine Moralinjektion für die restlichen Spiele sein." Mit 49 Punkten liegt der Titelkandidat nun einen Zähler vor den punktgleichen Teams Rapid und LASK.

Die Salzburger hatten lange Zeit Schwierigkeiten, gingen dann aber aus heiterem Himmel in Führung (Janko, 26.) um in der zweiten Spielhälfte ein kurioses "Flipper-Tor" zu kassieren (Orosz, 72.). Erst in der dritten Minute der Nachspielzeit fixierte Ilic den Siegestreffer gegen eine indisponierte Innsbrucker Abwehr.

"Wir haben gewonnen, weil eine Salzburger Mannschaft am Platz stand, die unbedingt siegen wollte", konnte Streiter nach Schlusspfiff verkünden um auch anzuhängen, dass das Fehlen des verletzten Alexander Zickler nicht so gravierend gewesen sei: "Wir haben einen hochkarätigen Kader, der bietet viele Wechselmöglichkeiten." Streiter fordert von den Salzburgern, dass sie nun in der nächsten Runde im Heimspiel gegen den LASK einen draufsetzen, "und dann auch auswärts weiterhin punkten. Der Sieg in Innsbruck sollte uns ein Vorbild sein."

SCHWARZ:
Nach der 28. Runde und der vierten Niederlage in Folge ist auch Wacker Innsbruck wieder in extremer Abstiegsgefahr. Inzwischen sind die Tiroler punktgleich mit Schlusslicht Kärnten, nur wegen der weitaus besseren Tordifferenz vorne. Der Nimbus vom Heilbringer Helmut Kraft, der die Innsbrucker nach einer unglaublichen Niederlagenserie am 21. Oktober übernommen und wieder zum Erfolg geführt hatte, scheint verblasst.

"Ich habe mich nie als Messias gesehen. Ich habe von Anfang an gesagt, dass auf uns viel Arbeit wartet und die Aufgabe nicht leicht sei", sagte Kraft, der auch die vierte Niederlage in Folge (Mattersburg A, Austria Wien H, zweimal Salzburg) relativieren wollte: "Weil gerade gegen Salzburg hätten wir uns zumindest zwei Punkte verdient." In Salzburg sei Innsbruck vom Schiedsrichter klar benachteiligt gewesen, in Innsbruck hätte man den Schluss der Partie verschlafen. "Wir haben einfach voll auf Angriff gespielt anstatt das Remis zu halten. Aber dazu hat uns die Kraft gefehlt. Das war auch ein Problem im Kopf", sagte Kraft.

Im Abstiegskampf baut der Innsbruck-Trainer nun auf die kommenden zwei Heimspiele. Zunächst kommt Nachzügler Altach ins Tivolistadion, dann muss Wacker beim LASK antreten, um schließlich zu Hause gegen den direkten Konkurrenten Kärnten zu spielen. "Die Niederlagen gegen Salzburg müssen wir abhaken. Auf diese Spiele setzen wir unseren Fokus. Das sind Pflichtsiege für uns", sagte der Wacker-Trainer.

(apa/red)

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10.3.2008 13:20