Mölgg sichert sich den Slalom-Weltcup:
Platz 6 reicht in Bormio aus, Herbst gewinnt
- Matt vergab Chance auf Kristallkugel im 1. Durchgang
- "Youngster" Hirscher überraschend auf drittem Platz
·Keine Weltcup-Kugel: Raich geht leer aus
Doppelter Triumph für
US-Boy Ligety in Bormio
·Sensationelles Finish im Super-G-Weltcup
Hannes Reichelt holt sich die kleine Kristallkugel
·Bode Miller gewinnt den Gesamtweltcup
Didier Cuche verzichtet auf einen Start im Slalom

Mit dem Heimpublikum im Rücken und einer Punktlandung hat Manfred Mölgg den Slalomweltcup geholt und Italien zum Saison-Kehraus ein Fest beschert. Denn kurze Zeit später holte sich Denise Karbon die schon fix gewesene Riesentorlauf-Kugel ab. Mit einer Supervorstellung verabschiedeten sich Österreichs Torläufer in Bormio in den Frühling, Reinfried Herbst gewann sein zweites Saisonrennen, Junioren-Weltmeister Marcel Hirscher fuhr als Dritter abermals aufs Podest und ins Weltcup-Geschichtsbuch.
Der Franzose Jean-Baptiste Grange war mit einem Vorsprung von 21 Punkten auf Mölgg in Bormio an den Start gegangen, nach dem ersten Durchgang lag der Südtiroler voran und Grange an vierter Stelle. Im Finale schmiss der Sieger von vier Saisonrennen aber die Nerven weg, wurde 16. und Letzter und blieb ohne Punkte. "Ich habe nicht genau gewusst, wie Grange liegt, ich wollte die Trainer nicht fragen, ich wollte mich nur auf den Lauf konzentrieren und habe versucht, cool zu bleiben. Es ist gut ausgegangen", freute sich der 25-Jährige. "Zweimal Kristall für Südtirol, das schaut gut aus", fügte er jubeln hinzu.
Matt enttäuscht, Hirscher überrascht
Während sich Weltmeister Mario Matt, der noch eine kleine Chance auf die Kugel gehabt hatte, im ersten Lauf wenige Tore vor dem Ziel verabschiedete ("Die Enttäuschung ist groß, aber mit der Saison bin ich zufrieden, ich habe die drei schönsten Rennen gewonnen"), trumpfte das Salzburger Duo Herbst/Hirscher, das sich in Bormio ein Zimmer teilt, auf. "Wir haben gestern Abend noch geblödelt, dass wir heute beide auf das Stockerl fahren", sagte der 19-jährige Hirscher, der als Dritter im Kranjska-Gora-Slalom erstmals in seiner Karriere auf das Weltcup-Podest gefahren war.
"Das hat es noch nie gegeben, dass ein Junioren-Weltmeister beim Weltcup-Finale gleich auf das Stockerl fährt", bemerkte ÖSV-Alpinchef Hans Pum. Als Lohn für einen Goldmedaillengewinn bei Nachwuchs-Titelkämpfen gibt es vom Ski-Weltverband einen Startplatz beim Finale. Herbst, der 0,32 Sekunden vor dem Schweizer Daniel Albrecht und 0,34 vor Hirscher gewann, verbesserte sich in der Disziplinwertung noch auf Rang drei hinter Mölgg und Grange, Matt wurde Vierter. Der Pitzaler Benjamin Raich schloss den Gesamtweltcup mit 111 Punkten Rückstand auf den US-Amerikaner Bode Miller (verzichtete auf Slalomstart) als Zweiter vor dem Schweizer Didier Cuche und Mölgg ab.
Herbst: "Habe mir keinen Druck gemacht"
Herbst, Sieger in Garmisch-Partenkirchen und Dritter in Zagreb, hat aus der Slowenien-Erfahrung (Rückfall von Halbzeit-Rang 2 auf 5) gelernt und fuhr nicht verbissen auf Sieg. "An nicht anderes habe ich in Kranjska Gora gedacht, und das ging daneben. Ich wollte heute ein gutes Rennen fahren und habe mir keinen Druck gemacht." Die Kurssetzung kam ihm und Hirscher entgegen, die Blizzard-Skier liefen auf Frühlingsschnee optimal. "Ich habe gezeigt, was in mir steckt. Ich habe immer gewusst, wenn ich einmal auf der Welle drauf bin, dann läuft es. So wie bei Grange zum Saisonbeginn", sagte Herbst.
Ein großes Lob richtete der 29-jährige Unkener an das Trainerteam. Dass die Saison nun schon zu Ende ist, das war ihm nicht einmal so recht: "Von mir aus könnte es noch einen Monat weitergehen, ich bin super drauf." Aber er freue sich, mit diesen Leistungen den Winter zu beenden und dank der mehr als 400 Punkte auf dem Konto will er im kommenden auch im Riesentorlauf (mit guter Startnummer) dabei sein.
Über seinen jungen Kollegen Hirscher meinte Herbst: "Er rückt uns langsam auf die Pelle." Hirscher war von Kranjska Gora zum Europacup nach Frankreich gereist und hatte mit Platz zwei im Slalom die Disziplinwertung vor Herbst gewonnen. Auch der EC-Gesamtsieg ging an den Annaberger aus dem Lammertal, das Ziel für die kommende Weltcupsaison ist, konstant unter die Top Ten zu fahren. (apa/red)
| Endstand: | ||||
| 1. | Reinfried Herbst | AUT | 1:51,31 Min. | |
| 2. | Daniel Albrecht | SUI | 1:51,63 | +0,32 Sek. |
| 3. | Marcel Hirscher | AUT | 1:51,65 | +0,34 |
| 4. | Mitja Dragsic | SLO | 1:51,77 | +0,46 |
| 5. | Benjamin Raich | AUT | 1:51,81 | +0,50 |
| 6. | Julien Lizeroux | FRA | 1:51,96 | +0,65 |
| . | Manfred Mölgg | ITA | 1:51,96 | +0,65 |
| 8. | Giorgio Rocca | ITA | 1:52,19 | +0,88 |
| 9. | Bernard Vajdic | SLO | 1:52,68 | +1,37 |
| 10. | Marc Berthod | SUI | 1:52,76 | +1,45 |
| 11. | Johan Brolenius | SWE | 1:52,91 | +1,60 |
| 12. | Cristian Deville | ITA | 1:52,95 | +1,64 |
| 13. | Felix Neureuther | GER | 1:53,46 | +2,15 |
| 14. | Andre Myhrer | SWE | 1:55,70 | +4,39 |
| 15. | Ivica Kostelic | CRO | 1:56,04 | +4,73 |
| 16. | Jean-Baptiste Grange | FRA | 1:56,20 | +4,89 |
(apa/red)
