Freitag, 14. März 2008

Vonn gewinnt den Damen-Gesamtweltcup:
Als zweite US-Dame nach Tamara McKinney

  • Vonn mit rot-weiß-roter Hilfe zum Gesamtsieg

Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn hat sich mit einem Top-15-Rang im Slalom in Bormio vorzeitig den Sieg im alpinen Ski-Gesamtweltcup gesichert. Vonn ist 25 Jahre nach Tamara McKinney (1983) erst die zweite Weltcup-Gesamtsiegerin aus den USA.

Getreu ihrem Motto "Hart arbeiten macht sich bezahlt" hat Lindsey Vonn, geborene Kildow, am Freitag in Bormio zum ersten Mal in ihrer Karriere den Gesamtweltcup im alpinen Skilauf fixiert. Für ihr Heimatland ist dies historisch, denn erst zum zweiten Mal in der Geschichte nach 1983 mit Phil Mahre und Tamara McKinney gehen die beiden große Kugeln in einer Saison an die USA. Bei den Herren steht Bode Miller seit Donnerstag als Trophäengewinner fest.

Der 23-jährigen Vonn, die im September 2007 den ehemaligen Rennläufer Thomas Vonn heiratete, liegt das Skifahren in den Genen, denn schon Großvater und Vater waren den zwei Brettln rennmäßig zugeneigt. Als Dreijährige machte sie ihre ersten Schwünge, mit neun fuhr sie die ersten internationalen Bewerbe, danach erfolgte dem Sport zuliebe der Umzug von Minnesota nach Vail. Mittlerweile hält sie bei zwei WM-Medaillen (Silber Abfahrt und Super-G 2007), 13 Weltcupsiegen und gewann heuer auch die kleine Kristallkugel in der Abfahrt, womit sie sich einen Lebenstraum erfüllte.

Lindsey Vonn richtet derzeit mit ihrem Ehemann ein Haus in Park City ein, ihre Winterbasis ist aber Kirchberg in Tirol, sie spricht mittlerweile ausgezeichnet Deutsch. Auch rennmäßig vertraut sie österreichischem "Know-how", Cheftrainer des US-Teams ist Patrick Riml, Abfahrtscoach Alex Hödlmoser, dazu kommen Fitness-Coach Martin Hager und Physiotherapeut Oliver Saringer, die wie Robert Trenkwalder dank Vonns Sponsor Red Bull mitverantwortlich sind für ihre Erfolge. Auch ganz am Anfang stand ein Österreicher, Erich Sailer, in dessen Buck-Hill-Akademie in Minnesota Lindsey Rennfahren gelernt hat.

"Seit ich neun bin, träume ich davon, bei Olympia zu gewinnen", sagt Vonn, die mit voller Kraft auf die Winterspiele 2010 in Vancouver/Whistler Mountain hinarbeitet. Bereits 2006 in Turin war sie die Hoffnung im US-Damenteam, doch machte ein Trainingssturz die Chancen zunichte.

Ihren Spitznamen "Kildon" und das daraus resultierende "The Don" und "Don Don" verdankt sie Bode Miller. "Wir waren in Innsbruck beim Bowling, und er hat meinen Namen falsch geschrieben." Ihre beste Freundin im Skizirkus ist die Deutsche Maria Riesch, die Lindsey im Gesamtweltcup bis zuletzt forderte, am liebsten hört das US-Girl Rap-Musik, isst Sushi und Kaiserschmarrn.

Nie vergisst sie aber auch ihren Mann zu erwähnen, der mit ihr den ganzen Winter auf Tour und eine große Unterstützung ist. "Wir sind ein großartiges Team. Es ist nicht leicht eine Beziehung zu halten, wenn man immer unterwegs ist. Aber warum solle eine glücklich Beziehung leichter zu schaffen sein als ein Olympiasieg?" Doch wenn man hart arbeitet, dann macht es sich am Ende bezahlt.

(apa/red)

14.3.2008 12:31