Mittwoch, 12. März 2008

Obama baut Führung weiter aus: Schlägt Clinton klar bei den Vorwahlen in Mississippi

  • Senator deutet gemeinsames Antreten mit Rivalin an
  • Rund 50% der Wähler im Südstaat Afroamerikaner

Barack Obama hat seine Führung im Rennen um die demokratische US-Präsidentschaftskandidatur weiter ausgebaut. Er gewann die Vorwahl im Bundesstaat Mississippi klar mit 60 Prozent der Stimmen. Seine Kontrahentin Hillary Clinton erreichte 38 Prozent, berichtete der US-Nachrichtensender CNN nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen. Obamas Sieg war wegen des hohen Anteils schwarzer Wähler in Mississippi erwartet worden. Obama deutete indes an, Clinton zu seiner Vizepräsidentin machen zu wollen.

Der demokratische Senator Barack Obama hat mit einem klaren Sieg bei den Vorwahlen im US-Staat Mississippi seinen Vorsprung vor seiner Rivalin Hillary Clinton weiter vergrößert. Nach Auszählung fast aller Stimmen kam der 46-Jährige auf 61 Prozent, die ehemalige First Lady auf 37 Prozent. Der schwarze Senator liegt nach einer Zählung des US-Fernsehsenders CNN nun 130 Delegiertenstimmen vor seiner Konkurrentin, sechs mehr als vor der Abstimmung. Die Wahl in Mississippi war die vorerst letzte vor einer sechswöchigen Pause. Erst am 22. April steht die nächste Kandidaten- Kür im bevölkerungsreichen Bundesstaat Pennsylvania an.

Der Sieg Obamas in Mississippi war wegen des hohen schwarzen Bevölkerungsanteils in dem Südstaat erwartet worden. Für Wirbel sorgte unterdessen der Kommentar einer prominenten Mitarbeiterin in Clintons Wahlkampfteam zur Hautfarbe des Senators. Geraldine Ferraro, 1984 erste weibliche Vizepräsidentenkandidatin, hatte gesagt, der schwarze Senator "wäre nicht in seiner derzeitigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre". Obama-Berater David Axelrod forderte daraufhin die Entlassung Ferraros. Der Kandidat selbst nannte ihre Äußerung "völlig absurd".

In einem Interview mit CNN sagte der Senator auf die Frage, ob er sich Clinton als seine Vizepräsidentin vorstellen könne, dass eine solche Entscheidung verfrüht sei. Erst wenn er die Nominierung gewonnen habe, würde er seine Wahl treffen. Die Senatorin aus New York sei aber eine "fähige Person, die jeder auf der Liste hätte".

Zuvor hatte Ex-Präsident Bill Clinton vorgeschlagen, dass seine Frau gemeinsam mit Obama als Vizepräsidentschaftskandidat ins Rennen um das Weiße Haus einsteigt. Das wies der 46 Jahre alte Senator aber umgehend zurück. Er verstehe nicht, wie jemand mit weniger Delegiertenstimmen ihm die Vizepräsidentschaft anbieten könne.

Nach einer CNN-Zählung kam Obama auf 1.608 Delegierte, Hillary Clinton auf 1.478. Für die Nominierung auf dem Parteitag der Demokraten im Spätsommer sind 2.025 Delegiertenstimmen nötig. Bei der Wahl in Mississippi ging es um insgesamt 40 Parteivertreter. 33 davon sind an das Votum der Wähler gebunden, die restlichen - sogenannte Superdelegierte - können sich bei der Abstimmung zur Nominierung frei zwischen den Kandidaten entscheiden.

In der Debatte um die Wiederholung der Abstimmungen in Michigan und Florida sprach sich Obama für Neuwahlen in den beiden Staaten aus. Es müsse sichergestellt werden, dass die mehr als 300 Delegierten auf dem Nominierungsparteitag abstimmen können, sagte der Senator aus Illinois in dem CNN-Interview. Er werde in dieser Frage allem folgen, was die Parteiführung entscheide. Nachgezogene Vorwahlen in den beiden Staaten könnten entscheidend sein.

Florida und Michigan hatten ihre Abstimmungen gegen den Willen der Partei auf Jänner vorgezogen. Als Strafe hatte der Parteivorstand entschieden, die Delegierten auf dem Nominierungskongress Ende August in Denver nicht mitstimmen zu lassen. Clinton und Obama hatten in Absprache auf Wahlkampfauftritte in den Staaten verzichtet, und der Name des schwarzen Senators tauchte in Michigan nicht auf den Wahlzetteln auf. Dennoch gingen viele Wähler zu den Urnen und bescherten Clinton in beiden Staaten einen Sieg.

Bei den Republikanern setzte sich in Mississippi der bereits als Präsidentschaftskandidat feststehende John McCain laut CNN mit 79 Prozent der Stimmen vor Baptistenprediger Mike Huckabee (12 Prozent) durch. McCain liegt bei den Republikanern uneinholbar vorn.

(APA/red)

12.3.2008 14:23