Schwere Explosion in albanischem Waffen- lager: 120 Tote befürchet. Erst 8 bestätigt
- 243 Personen schwerverletzt - Viele Kinder darunter
- Erst nach 14 Stunden kam das Ende der Detonationen

Eine gewaltige Explosionsserie in einem Munitionslager nahe der albanischen Hauptstadt Tirana hat mindestens neun Menschen das Leben gekostet. 243 Personen, darunter viele Kinder, erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Ministerpräsident Berisha bestätigte bisher acht Todesopfer, unter den Ruinen der 318 völlig zerstörten Häuser werden jedoch noch weitere 80 bis 120 Leichen befürchtet.
Hunderte Soldaten und Polizisten riegelten das Gelände am Sonntag ab, über dem noch immer Rauch aufstieg. Innenminister Nischani erklärte, zum Zeitpunkt der Explosion hätten 121 Menschen in dem Munitionslager gearbeitet. Die erste Explosion in dem rund zehn Kilometer nördlich von Tirana gelegenen Dorf Gerdec löste eine Kettenreaktion aus. Noch Stunden später waren Detonationen zu hören und dies auch noch bis ins 190 Kilometer entfernte Skopje. Sie richteten auch auf dem nahe gelegenen internationalen Flughafen Tiranas Schäden an.
Laut Premier Berisha sei eine US-Firma alleine für die Folgen verantwortlich, denn sie habe vom Verteidigungsministerium einen Auftrag zur Entschärfung von 10.000 Tonnen veralteter Munition gehabt. Berisha erklärte, er schließe die Möglichkeit nicht aus, dass die US-Firma auch Minderjährige für diese Arbeit angeheuert habe, wie am Sonntag albanischen Medien berichteten.
Der Ministerpräsident führte weiters aus, die vom früheren kommunistischen Regime seit 1945 in Albanien gehortete Munition sei eine fortwährende Bedrohung und Gefahr: "Es gibt eine kolossale, verrückte Menge von Munition. Ich schließe menschliches Versagen nicht aus." Albanien lagert in ehemaligen Militärhallen nach Angaben des Verteidigungsministeriums rund 100.000 Tonnen Munition.
(APA/red)
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