Samstag, 15. März 2008

Explosion in albanischem Waffenlager: Bis zu 63 Tote und rund 150 Verletzte befürchtet

  • Regierungssprecherin: "Befürchten das Schlimmste"
  • Auslöser war vermutlich die Demontage von Munition

Eine Serie von Explosionen in einer Munitionsfabrik in Albanien hat viele Menschenleben gefordert. Mindestens 63 Tote könnte es in der zerstörten Anlage geben, sagte eine Regierungssprecherin.

Diese Zahl könnte auch weit höher sein, befürchteten die Behörden. Zunächst wurde von mehr als 150 Verletzten berichtet. Die Explosionen zerstörten Hunderte Häuser.

"Große Tragödie"
Bestätigt wurde bisher der Tod von sechs Menschen, darunter auch Kinder. Regierungschef Sali Berisha sprach von "zahlreichen Toten" und einer "großen Tragödie". Unter den Opfern soll es auch US-Bürger geben, die in der Anlage zur Entsorgung alter Munition beschäftigt waren. Augenzeugen berichteten von brennenden Menschen ohne Hände und Arme.

Unfallursache
Der Unfall ereignete sich auf dem Militärgelände nahe Gerdec etwa zwölf Kilometer nördlich der Hauptstadt Tirana. Als Ursache wurde unsachmäßige Behandlung der zur Entschärfung bestimmten Munition vermutet. Erhebliche Sachschäden habe es sogar in größerer Entfernung vom Unfallort gegeben. Die Detonationen waren bis in die mehr als 200 Kilometer entfernte mazedonischen Hauptstadt Skopje zu hören.

Die Behörden riefen zu Blutspenden für die Verletzten auf. Viele der Verletzten waren Autofahrer, die zum Zeitpunkt der Explosionen auf der Fernstraße Tirana-Durres mit ihren Wagen an dem Werk vorbeifuhren. Alle Bewohner im Umkreis von sieben Kilometern wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht.

(apa/red)

15.3.2008 19:49