Donnerstag, 15. Mai 2008

Skandal in US-Politik: 'Homosexualität für USA gefährlicher als Terrorismus und Islam'

  • Abgeordnete aus Oklahoma vergreift sich im Ton
  • Homosexuellen-Organisationen weltweit protestieren

Eine Abgeordnete aus dem US-Staat Oklahoma hat Homosexualität als größte Bedrohung für die Vereinigten Staaten bezeichnet. "Die homosexuelle Agenda zerstört dieses Land, das ist einfach eine Tatsache", erklärte Sally Kern. Ihre Äußerungen landeten im Internet. Die Schwulen-Bewegung reagierte empört. In Kerns Büro gingen Tausende kritische E-Mails ein. Sie erhielt sogar Todesdrohungen.

"Studien zeigen, dass keine Gesellschaft, die Homosexualität vollständig angenommen hat, mehr als ein paar Jahrzehnte überdauert hat", erklärte Kern in den Videoausschnitten. "Also ist es der Todesstoß für unser Land." Sie glaube, dass Homosexualität eine größere Bedrohung für die USA sei als "Terrorismus oder Islam". Die ehemalige Lehrerin stieß in ihrem Wahlkreis in Oklahoma auf Unterstützung der Republikaner. Der demokratische Gouverneur Henry erklärte dagegen, Kerns Äußerungen repräsentierten nicht die Ansichten der Einwohner von Oklahoma.

Schwulenzensur in Kinderbüchern
Kern habe mit ihren Behauptungen Homosexuelle auf schlimmste Weise entmenschlicht, sagte ein Sprecher der Schwulenorganisationen Gay and Lesbian Victory Fund, Denis Dison. Die Gruppe befürchtet, dass solche Äußerungen zu Gewalt gegen Homosexuelle führen könnte. Die umstrittene Abgeordnete führt seit Jahren einen Feldzug gegen die Homosexualität. Sie versuchte erfolglos, Kinderbücher aus den Bibliotheken zu entfernen, in denen Homosexualität angesprochen wird. Sie erklärte, Schulkinder würden von Schwulenaktivisten indoktriniert. (APA/red)

15.5.2008 19:58