Schwere Regierungskrise in Mazedonien: Kosovo-Anerkennung spaltet die Koalition
- Zweitstärkste Albaner-Partei DPA verlässt Bündnis

In Mazedonien hat die Koalitionsregierung ihre Mehrheit im Parlament verloren. Die zweitstärkste Albaner-Partei DPA verließ die Regierung mit der national-orientierten Partei (VMRO- DPMNE) und einigen kleineren Parteien, weil Mazedonien bisher nicht die Unabhängigkeit des Kosovo anerkannt hat. Auf die Regierungskrise reagierte die Börse von Skopje mit einem Rekordverlust von 4,64 Prozent.
Staatspräsident Crvenkovski (Sozialdemokraten) wollte sich mit DPA-Chef Thaci und Ministerpräsident Gruevski von der VMRO-DPMNE (Innere Mazedonische Revolutionsorganisation - Demokratische Partei für die Einheit Mazedoniens) treffen, um einen Kompromiss zu suchen, hieß es in Skopje. Das Land stecke in einer "tiefen Krise", aber es gebe noch Möglichkeiten diese zu lösen, sagte Crvenkovski.
Nicht nur das drohende Aus der 20 Monate alten Koalition sei besorgniserregend, sondern auch der andauernde Streit mit Griechenland um den Landesnamen, sagte er. Athen verweigert wegen der gleichnamigen nordgriechischen Provinz Mazedonien der früheren jugoslawischen Teilrepublik diesen Namen. Vor diesem Hintergrund blockiert die griechische Regierung auch eine weitere Annäherung Skopjes an NATO und EU.
(apa/red)
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