Sudan und Tschad vereinbaren Frieden: Keine Hilfe für Rebellen in der Grenzregion
- EU-Mission pocht weiterhin auf 'neutralen' Charakter
- Angebliche Waisenkinder dürfen zurück zu den Eltern

Der Sudan und der Tschad wollen die Tätigkeit von Rebellengruppen im Grenzgebiet unterbinden und so die Gewalt in der Region eindämmen. Das sieht eine Friedensvereinbarung vor, die der sudanesische Präsident Omar al Bashir und sein Kollege aus dem Tschad, Idriss Deby, am Vorabend des Gipfeltreffens Islamischen Konferenz (OIC) in Senegal unterzeichneten.
Das Abkommen verpflichtet beide Seiten, bereits beschlossene Vereinbarungen in die Tat umzusetzen. Die bisher geschlossenen Vereinbarungen haben es nicht geschafft, die Gewalt in der Region zu stoppen. Besonders von Rebellenaktivitäten betroffen ist der Osten des Tschad, wo derzeit ein EU-Einsatz zum Schutz zehntausender Flüchtlinge aus der benachbarten sudanesischen Krisenprovinz Darfur anläuft. An der EUFOR-Mission sind auch 160 österreichische Soldaten beteiligt.
EU-Truppe pocht auf Neutralität
115 Bundesheer-Soldaten kamen in ihrem Einsatzgebiet im Ost-Tschad an. Befragt zu den Rebellenaktivitäten in dem Gebiet verwies der österreichische EUFOR-Sprecher Wolfgang Schneider auf die Neutralität der Truppen und ihr UNO-Mandat, fügte jedoch hinzu: "Um humanitäre Hilfe zu leisten, ist es uns natürlich recht, dass die Lage ruhig ist."
Bashir und Deby unterzeichneten die neue Friedensvereinbarung in Gegenwart von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. Darin legten sie fest, dass sich eine "Kontaktgruppe" aus Außenministern mehrerer afrikanischer Staaten monatlich treffen solle, um die Normalisierung der Beziehungen zwischen Khartum und N'Djamena zu überwachen.
Angebliche Waisenkinder werden zurückgegeben
In der Affäre um die französische Organisation Arche de Zoé im Tschad haben die Behörden damit begonnen, die ersten von rund 100 angeblichen Waisenkindern an ihre Familien zurückzugeben. Nach einer Zeremonie im Waisenhaus von Abéché im Westen des Landes wurden am Freitag 83 der insgesamt 103 Kinder in Richtung Adré bei der Grenze zum Sudan gefahren. Dort wurden die Kinder von Angehörigen erwartet.
Die restlichen Kinder sollen dann in den kommenden Tagen nach Tiné und Biltine, ebenfalls im Westen des Tschad, gebracht werden. Fünf Kinder aus dem Nachbarland Sudan sowie ein noch nicht identifiziertes Kind sollen bis auf weiteres in der Obhut des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes bleiben.
Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF will nach eigenen Angaben das weitere Schicksal der zwischen einem und elf Jahre alten Kinder in ihren Familien verfolgen und diese unterstützen. "Die Familien wurden ausgenutzt, falsche Versprechungen wurden gemacht", sagte die tschadische Sozialministerin Ngarmbatina Carmel Sou bei der Zeremonie in Abéché. Arche de Zoé hatte nach Angaben der Eltern versprochen, die Kinder im Osten des Tschad zu versorgen und zur Schule zu schicken, während sie sie in Wahrheit nach Frankreich ausfliegen wollten. (apa/red)
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