Donnerstag, 13. März 2008

Rebellen starten neue Offensive im Tschad: Bei österreichischen Soldaten ist alles ruhig

  • Teil der heimischen Truppe in Abeche angekommen
  • Sudans Präsident lässt Friedensabkommen platzen

Rund sechs Wochen nach den heftigen Kämpfen zwischen Rebellen und Regierungstruppen in der tschadischen Hauptstadt N'Djamena starten die Rebellen offenbar eine neue Offensive: Die Regierung in N'Djamena veröffentlichte am Donnerstag nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters eine Erklärung, wonach mehrere schwer bewaffnete Fahrzeugkonvois die Grenze vom Sudan in den Tschad überschritten hätten.

In der Erklärung wurden die Verbände als "Söldner" bezeichnet, der für gewöhnlich für die tschadischen Rebellen verwendete Terminus. Bereits am Vortag hatte die französische Zeitung "Le Monde" berichtet, Rebellengruppen hätten sich mit rund 200 Geländefahrzeugen im Osten des Tschad gesammelt.

Friedensvertrag geplatzt
Der sudanesische Präsident Omar Hassan al Bashir hatte kurz zuvor die geplante Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit dem Staatschef des Tschad, Idriss Deby, in der senegalesischen Hauptstadt Dakar mit der Begründung platzen lassen, er habe "Kopfschmerzen". Das berichtete Reuters unter Berufung auf den Präsidenten Senegals, Abdoulaye Wade.

Bei Österreichern "ist alles ruhig"
"Wir beurteilen mit unseren Partnern bei EUFOR ständig die Lage und zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es in unserem Bereich ruhig." Der Sprecher der österreichischen EUFOR-Truppe im Tschad, Wolfgang Schneider, konnte gegenüber der APA Berichte über einen angeblichen neuerlichen Rebellenvorstoß nicht bestätigen. "Unser Bereich" ist mittlerweile auch das im östlichen Grenzgebiet zum Sudan gelegene Abeche, wo laut Schneider Freitagmittag ein weiterer Teil der Österreicher eingetroffen ist. Über etwaige Konsequenzen, falls sich tatsächlich ein neuer Vorstoß der Rebellen anbahnen sollte, wollte Schneider nichts sagen, das liege in der Kompetenz der EUFOR.

Das Mandat der bis zu 3.700 Mann starken EU-Truppe umfasst in erster Linie den Schutz der Flüchtlinge im Osten des Landes. Frankreich stellt etwa 60 Prozent der Truppe, Österreich ist derzeit mit 145 Soldaten beteiligt. Der irische EUFOR-Oberkommandierende Patrick Nash, hatte vor einigen Wochen in einem Interview mit der "Presse" keine unmittelbare Gefahr für die EUFOR-Soldaten durch die Rebellen sehen wollen: "Die Rebellen wollen einen Regierungswechsel im Tschad herbeiführen. Sie haben keinen Grund, die EUFOR anzugreifen."

(apa/red)

13.3.2008 13:58