Mittwoch, 12. März 2008

ISAF tötete aus Versehen Frauen & Kinder: Bei Rebellen-Angriff ins Kreuzfeuer geraten

  • Auch Aufständische wurden bei dem Angriff getötet
  • Selbstmordattentäter attackierte einen NATO-Konvoi

Soldaten der Internationalen Schutztruppe ISAF haben im Süden Afghanistans nach ISAF-Angaben versehentlich zwei Kinder und zwei Frauen getötet. Die Schutztruppe teilte mit, Aufständische hätten auf ISAF-Soldaten geschossen. Diese hätten das Feuer erwidert. "Tragischerweise" sei dabei eine Gruppe von Zivilisten unter Beschuss gekommen. Auch mehrere Rebellen seien getötet worden.

Im Süden Afghanistans griff ein Selbstmordattentäter einen NATO- geführten Konvoi an und tötete dabei einen einheimischen Zivilisten. Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen, teilte ein NATO-Sprecher mit. Zu dem Anschlag auf die kanadischen Streitkräfte in der Stadt Kandahar bekannten sich die radikal-islamischen Taliban.

Erst vor wenigen Tagen wurden nach Angaben von Bewohnern mehrere Zivilisten bei Hausdurchsuchungen von NATO-Soldaten in der südlichen Provinz Helmand getötet. Im vergangenen Jahr kamen mehr als 500 Zivilisten bei Einsätzen ausländischer Truppen ums Leben. Infolge der Vorfälle kam es dabei zu Protesten der Bevölkerung. Auch Präsident Karzai hat die ausländischen Truppen mehrfach dazu aufgerufen, Einsätze mit seiner Regierung abzusprechen.

Pakistanische Sicherheitskräfte töteten bei einem Artillerieangriff im unruhigen Grenzgebiet zu Afghanistan nach einem Zeitungsbericht versehentlich elf Zivilisten, darunter zwei Frauen.

Die pakistanische Zeitung "The News" berichtete, der Artillerie- und Mörserbeschuss habe einem mutmaßlichen Extremistenversteck im Distrikt Bajaur im halbautonomen Stammesgebiet gegolten. Augenzeugen hätten gesagt, die meisten Geschosse seien in einer Wohngegend eingeschlagen. Anschließend seien Gefechte zwischen den paramilitärischen Truppen und den Extremisten ausgebrochen, die mehrere Stunden gedauert hätten.

(APA/red)

12.3.2008 14:00